13.02.2022 18:10 |

Lotterie gescheitert

Jetzt schwenken auch Grüne auf Corona-Bonus um

Nachdem Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) im Interview mit der „Krone“ von der Impflotterie abgerückt ist, zeigen sich nun auch die Grünen offen für einen Vorschlag, das dafür geplante Budget als Corona-Bonus auszuzahlen. Der kleine Koalitionspartner möchte dabei jedoch einen besonderen Fokus auf den Pflegebereich legen - die genauen Details müssen nun in koalitionsinternen Gesprächen geklärt werden.

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„Die Impflotterie war ein Wunsch der Sozialdemokratie. Sie wollte diesen persönlichen Motivationsbonus, und sie wollte, dass der ORF das abwickelt. Aber so, wie sich die Sozialdemokraten das vorgestellt haben, ist sie nicht durchführbar“, versuchte Nehammer der SPÖ den schwarzen Peter für das Scheitern des Vorhabens zuzuschieben.

Die Oppositionspartei ließ sich das jedoch nicht gefallen und wies die Aussage des Kanzlers vehement zurück.

Grüne nun auch für Bonus
Dass die große angekündigte Impflotterie nun doch nicht kommt, sorgt jedenfalls dafür, dass die Regierung erneut ins Schlingern kommt. Zur Schadensbegrenzung schlug nun Nehammer vor, das für die Verlosung vorgesehene Geld jenen Menschen zukommen lassen, die in der Pandemie viel geleistet haben. Konkret nennt er dabei das Gesundheits- und Pflegepersonal, aber auch die Bundesheersoldaten und die Polizei.

Vorschlag stößt auf offene Ohren
Eine Idee, mit der sich offenbar auch die Grünen anfreunden können - man müsse jedenfalls das zur Verfügung stehende Geld „sinnvoll einsetzen“, erklärte das Büro von Vizekanzler Werner Kogler gegenüber dem „Standard“. „Uns ist besonders wichtig, dass Menschen im Bereich der Pflege berücksichtigt werden“, hieß es weiter.

Die dafür eingesetzte Summe ist jedenfalls beträchtlich - ursprünglich war vorgesehen, „bis zu einer Milliarde Euro“ zu verlosen - für impffreudige Gemeinden gab es sogar einige Hunderttausend Euro zusätzlich. In welcher Höhe der nun geschaffene Bonus nun tatsächlich kommen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Steht Aus von Gratis-Testungen bevor?
Für weiteren Wirbel sorgte zudem Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck (ÖVP). Sie sprach sich nämlich in der ORF-„Pressestunde“  für ein Ende der Gratis-Corona-Tests aus. Es gebe eine kostenlose Impfung für alle und „man wird der Mehrheit auf Dauer nicht erklären können, warum sie die Tests für die Minderheit zahlen soll“.

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