„Brauchtümer wahren“

Demonstration wird als Faschingsumzug „getarnt“

Eine Demonstration getarnt als Faschingsumzug lässt derzeit die Wogen in Perg hochgehen! Eine Gruppe von Corona-Skeptikern hat den Umzug samt Kinderprogramm mit einem Zauberer, Tanzaufführung, Krapfen und Kostümen offiziell als Versammlung angemeldet
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Eigentlich organisiert in Perg jedes Jahr die Faschingsgilde die Veranstaltungen in der fünften Jahreszeit - doch diese fallen, wie auch schon im Vorjahr, wegen der Omikron-Welle und den geltenden Corona-Maßnahmen aus. Dass jetzt aber auf Sozialen Medien ein „Faschingsumzug“ in Perg angekündigt wird, hat viele Einheimische irritiert.

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Ich halte es für sehr bedauerlich, dass ein hohes Rechtsgut wie das Versammlungsrecht für solche Zwecke herhalten muss.

Bürgermeister Anton Froschauer (VP)

„Lichtermeer Perg“ als Organisator
Auf einem bunten Flyer wird der Umzug zur „Wahrung unserer Brauchtümer“ beworben, stattfinden soll dieser noch im Februar am Kirchenplatz. Und es soll dort alles, was das Faschingsherz begehrt, geben: einen Zauberer, Krapfen, eine Tanzaufführung - außerdem sind originelle Kostüme erwünscht. Erst beim Blick auf den Organisator wird klar, aus welcher Ecke der Umzug kommt: „Lichtermeer Perg“ hat in der Stadt schon mehrere „Spaziergänge“ gegen die Corona-Maßnahmen und für die Freiheit abgehalten. Am Plakat wird außerdem darauf hingewiesen, dass die geltenden Bestimmungen beachtet werden sollen und dass auf Versammlungen ein Vermummungsverbot gelte.

„Die rechtliche Prüfung der Versammlung läuft“
Alles andere als begeistert von dieser Ankündigung zeigt sich der Perger Bürgermeister Anton Froschauer (VP): „Ich halte es für bedauerlich, dass ein hohes Rechtsgut wie das Versammlungsrecht für solche Zwecke herhalten muss.“ Werner Kreisl, Bezirkshauptmann von Perg, bestätigte gegenüber der „Krone“, dass am Donnerstag die Anmeldung der Versammlung bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangen sei und jetzt rechtlich geprüft werde: „Eine Entscheidung, ob diese stattfinden darf, wird erst in den nächsten Tagen fallen. Wir warten auch noch ab, was in der neuen Maßnahmenverordnung steht, die ab 14. Februar gültig sein wird. Erst dann können wir sagen, wie wir rechtlich damit umgehen können.“

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