03.02.2022 07:31 |

Zwischen 1980 und 2020

Schäden von rund 500 Mrd. Euro durch Wetterextreme

Stürme, Überschwemmungen und weitere wetter- und klimabedingte Extremereignisse haben in Europa in vier Jahrzehnten wirtschaftliche Schäden von etwa einer halben Billion Euro angerichtet. Zwischen 1980 und 2020 beliefen sich die Gesamtschäden in den 27 EU-Ländern sowie der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Türkei auf 450 bis 520 Milliarden Euro (in Preisen des Jahres 2020 gerechnet).

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Schätzungsweise drei Prozent aller extremen Wetterereignisse seien für gut 60 Prozent aller wirtschaftlichen Verluste verantwortlich gewesen, teilte die EU-Umweltagentur EEA am Donnerstag in einer neuen Analyse mit. Nur ein Viertel bis ein Drittel der Schäden seien versichert gewesen. Die Zahl der Todesfälle durch Wetterextreme dieser Art habe in diesem Zeitraum bei 85.000 bis 145.000 gelegen, darunter allein mehr als 85 Prozent durch Hitzewellen wie die verheerende des Jahres 2003.

Wirtschaftliche Schäden: Deutschland führt Ranking an
Deutschland als bevölkerungsreichstes EU-Mitglied verzeichnete nach EEA-Angaben die insgesamt höchsten wirtschaftlichen Schäden aller 32 analysierten Staaten. Sie beliefen sich in der Bundesrepublik in den 41 Jahren von 1980 bis 2020 auf insgesamt etwa 110 Milliarden Euro. Dahinter folgen Frankreich und Italien. Pro Einwohner waren die Einbußen in der Schweiz am höchsten.

„Riesiger Zufallseffekt bei Extremereignissen“
Einen Vorwurf kann man einzelnen Staaten jedoch nicht machen, wie Wouter Vanneuville unterstrich: „Es gibt einen riesigen Zufallseffekt bei den Extremereignissen“, sagte er. Manche Länder seien anfälliger dafür, als andere. Man könne nicht sagen, welche EU-Länder am besten darauf vorbereitet seien.

Daten und Fakten

Der Weltwetterorganisation WMO zufolge hat die Zahl wetterbedingter Katastrophen global betrachtet in den vergangenen 50 Jahren zugenommen. Dabei nahmen auch die Schäden zu, die Todesfälle aber ab. Zu wetter- und klimabedingten Extremereignissen zählt sie in erster Linie Stürme, Überschwemmungen, Waldbrände, Hitze- und Kältewellen sowie Starkregen und Dürren. Erdbeben und Vulkanausbrüche fallen nicht darunter - sie stellen aber ebenfalls natürliche Gefahren dar.

Gleichzeitig müsse man berücksichtigen, dass extreme Wetterereignisse meist völlig zufällig aufträten und dass europaweit außerdem viel bei der Anpassung an den Klimawandel getan werde. Alle EU-Mitgliedstaaten hätten mittlerweile Anpassungsstrategien oder -pläne. „Der Grund, warum man keinen Trend sieht, ist nicht, dass der Klimawandel nicht real wäre, sondern dass bereits viele Maßnahmen ergriffen werden“, so Vanneuville.

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