28.01.2022 12:46 |

Kein „Booster“

41.000 Steirern droht Verlust des Impfzertifikats

Die Uhr tickt: Mit 1. Februar verkürzt sich die Gültigkeitsdauer des Grünen Passes nach der zweiten Impfung von neun auf sechs Monaten, eine Auffrischungsimpfung ist notwendig. Doch vielen in der Steiermark scheint das noch nicht bewusst zu sein: 41.472 bräuchten bis kommenden Dienstag einen „Booster“, sonst verlieren sie die Zutrittsberechtigung in Gasthäuser, Kinos oder Teile des Handels. Doch im letzten Augenblick könnte die Bundespolitik einlenken und die Frist verlängern.

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Trotz dieses Damoklesschwertes zeigt das Impf-Barometer in der Steiermark deutlich nach unten, wie der stellvertretende Landesamtsdirektor Wolfgang Wlattnig am Freitag mitteilte. Gab es in der Woche davor noch 51.000 Corona-Impfungen in der Steiermark, so sank die Zahl in den vergangenen sieben Tagen auf 30.671. 

Stark ist auch der Rückgang bei den Erstimpfungen. Gerade einmal 3511 gab es in der vergangenen Woche, das sind im Schnitt nur noch 500 pro Tag - im Dezember waren es noch 1000. Die Zahl der erstgeimpften Steirer stagniert daher bei 75 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Noch kein Impf-Turbo gezündet
„Der Beschluss des Impfpflichtgesetzes im Parlament war kein Impfbooster“, stellt Wlattnig ernüchtert fest. Eventuell ziehe das Tempo noch an, je näher der 16. März rückt - ab da wird der Impfstatus ja von der Polizei stichprobenartig kontrolliert. Aktuell gibt es in der Steiermark noch 160.000 Personen über 18 Jahre, die ungeimpft sind. 

Bisher haben bereits 6820 Steirer das Impfzertifikat verloren, weil sie sich keinen „Booster“ geholt haben. Mit 1. Februar wären weitere 41.427 betroffen. Sie haben laut Impfkoordinator Michael Koren bereits eine Information erhalten. Doch wie Freitagmittag bekannt wurde, könnte die Regierung doch noch einlenken und den Stichtag verschieben.

Auswirkungen auch für Gemeinden
Sollte es beim 1. Februar bleiben, würden auch die Zahlen der gültigen Impfzertifikate in den einzelnen Gemeinden sinken. Das ist insofern relevant, als Kommunen mit einer Impfquote von über 80 Prozent (Bevölkerung über 5 Jahre) eine Prämie vom Bund bekommen. Derzeit hätten schon mehr als 30 Kommunen diesen Wert überschritten, Krakau und Spital liegen bereits bei über 85 Prozent (ab dieser Grenze gibt es noch mehr Geld).

Warnung vor vorschnellen Schlüssen
Klaus Vander vom Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie untermauerte die Sinnhaftigkeit der Impfungen mit umfangreichen Zahlen und Statistiken. Er warnte auch davor, angesichts der nun gehäuften Fälle von mehrfach geimpften Infizierten im Krankenhaus, vor vorschnellen Schlüssen: Das sei absolut kein Zeichen dafür, dass die Impfung nicht wirke, sondern mathematisch logisch. Der überwiegende Großteil jener, die in den Spitälern landen, sind ältere Menschen mit mehreren Vorerkrankungen. Sie sind also ohnehin multimorbid und tragen trotz Impfung auch das Virus mit sich. Das erkläre die vergleichsweise hohe Anzahl an Geimpften in den Spitälern.

Zum Thema Lockerungen hat Vander ein zwiespältiges Verhältnis: Man dürfe den psychologischen Faktor nicht unterschätzen, daher sei es nicht klug, „in einer aufsteigenden Phase wie der aktuellen Omikron-Welle die Tür aufzureißen. Der Ausblick ist zwar positiv, aber man sollte sich nicht um Tage selbst überholen.“

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