06.01.2005 16:25 |

Kosmischer Knall

Gigantische Explosion in Schwarzem Loch

Der Röntgensatellit "Chandra" hat den bislang stärksten Gasausbruch im Weltall beobachtet. Ursprung ist ein gigantisches Schwarzes Loch in einem mehrere hundert Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen. Das Loch verleibt sich riesige Mengen von Materie ein, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag berichtete. "Ich war fassungslos, dass es die Masse von etwa 300 Millionen Sonnen verschluckt hat", sagte der federführende Autor der Studie, Brian McNamara von der Universität von Ohio in Athens. "Das ist wie ein 140-Kilo-Mann, der 25 Kilogramm Fleisch auf einmal verspeist."
Nicht das gesamte vom Schwarzen Loch angezogeneGas ist jedoch verschluckt worden, wie die NASA erläuterte.Einen Teil habe es in zwei gebündelten, energiereichen Strahlenins Weltall zurückgeschleudert. Das Schwarze Loch, das inetwa so groß sei wie unser Sonnensystem, habe dadurch gigantischeHohlräume in den Galaxienhaufen geblasen.
 
Energie von einer Billion Sonnen
Solche kosmischen Blasen waren zuvor zwar auch andernortsim Universum entdeckt worden. "Was mich jedoch wortwörtlichfast vom Stuhl gehauen hat, ist das Ausmaß in diesem Fall",sagte McNamara. Die beiden Hohlräume messen jeder etwa 650.000Lichtjahre und sind damit jeweils mehr als doppelt so großwie unsere Milchstraße, wie das Team um McNamara im Fachjournal"Nature" vom Donnerstag berichtet. Die weggeblasene Materie entsprichtnach NASA-Angaben der Masse von einer Billion Sonnen, das sindmehr Sterne als in unserer gesamten Milchstraße.
 
"Chandra" bringt Unsichtabres ans Licht
Die seit rund hundert Millionen Jahren andauerndeEruption hat so viel Energie frei gesetzt wie hunderte MillionenGammastrahlen- Explosionen, die stärksten bekannten Explosionenim Weltall. Die Entdeckung illustriere den enormen Appetit SchwarzerLöcher und ihren weit reichenden Einfluss auf die Umgebung,betonte die NASA. Dabei sei die Eruption im sichtbaren Licht unscheinbar.Erst mit dem Satelliten "Chandra" hätten sich die gewalttätigenVorgänge im Röntgenlicht offenbart.
Freitag, 25. Juni 2021
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