28.01.2022 06:00 |

Aussicht auf ein Ende

Was die Wissenschaft zu 2G und Sperrstunde sagt

Wieder über 43.000 neue Fälle: Omikron beschert uns lauter Rekordwerte. Doch liegen die Zahlen im prognostizierten Bereich, und es geht derzeit in den Spitälern entspannter zu. Deshalb hebt die Regierung den Lockdown für Ungeimpfte auf. Letztlich hatte er sowieso kaum Auswirkungen. Rufen nach einem Ende für 2G und der frühen Sperrstunde um 22 Uhr kommt die Regierung noch nicht nach.

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  • Aus wissenschaftlicher Sicht wäre ein weiteres Lockern derzeit zu früh. „Ein bisschen Geduld brauchen wir noch“, sagt Virologin Dorothee von Laer: „Wir haben’s ja bald.“ Da sind sich Experten einig. Laut Komplexitätsforscher Peter Klimek haben sich bei den Prognosen bisher eher die optimistischen Annahmen erfüllt. Doch „noch kann nicht volle Entwarnung gegeben und alles einfach aufgemacht werden“.
  • Zuerst muss laut Klimek der Peak, also der Höhepunkt der Welle, überwunden werden. Dann aber sehen Experten die Möglichkeit für weitere Öffnungen. Doch sollten wir uns nicht jetzt den Spielraum mit einem zu frühen, völligen Öffnen verspielen. Die Entscheidung ist letztlich natürlich eine politische.
  • Klimek erwartet den Höhepunkt spätestens Mitte Februar, zeitlich versetzt in den Bundesländern. Ähnlich von Laer: „Wenn der Peak überwunden ist, kann man wohl lockern. Ich hoffe, noch im Februar.“
  • Der Salzburger Infektiologe Richard Greil erinnert gegenüber Ö1 daran, dass man nach dem Höhepunkt noch abwarten muss, wie sich die Infektionszahlen tatsächlich in Hospitalisierungen und folglich auf die Spitalsbelastung niederschlagen. Er geht davon aus, dass sich das in rund 20 Tagen zeigen wird.
  • Bringen Sperrstunde und 2G wirklich so viel? Ja, heißt es. Maßnahmen wie diese hätten sich bewährt „und tragen messbar dazu bei, dass es zu weniger Infektionen kommt“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium: „So stellen wir sicher, dass die Auslastung in den Krankenhäusern unter Kontrolle bleibt.“
  • Bedeutet konkret: Die Maßnahmen „haben einen deutlich bremsenden Effekt auf die Welle“, sagt Epidemiologe Gerald Gartlehner: „In anderen Ländern sorgt die Kombination aus Omikron-Hospitalisierungen und Omikron-Krankenständen des Personals für Versorgungsprobleme. Das können wir damit und einem Bremsen der Welle noch vermeiden.“
  • Studien zufolge bringen Maßnahmen in der Gastronomie eine Reduktion des Infektionsgeschehens um ca. 15 %, im Handel ca. 10 %. Daten, wie sich die Verlegung der frühen Sperrstunde um eine Stunde auswirken würde, gibt es nicht. Anzunehmen wäre naturgemäß: Je später sie angesetzt ist, umso weniger wirksam ist sie.
  • Was sagt die Politik? Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) begrüßt das Beibehalten von 2 G. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner will hingegen deren sofortiges Ende und Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer 3G im Handel sowie beide eine spätere Sperrstunde.
Silvia Schober
Silvia Schober
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