15.01.2022 16:27 |

Plastik am Speiseplan

Mülldeponie bringt hungrigen Elefanten den Tod

Auf Sri Lanka sind in den letzten Jahren unzählige Elefanten gestorben, weil sie auf einer riesigen Mülldeponie nach Nahrung suchten und dabei Plastik fraßen. Nun will die Regierung einen Graben errichten, um den Tieren den Zugang zu verbauen.

Das sei die einzige Möglichkeit, die hungrigen Tiere vom Fressen auf der rund 800 mal 800 Meter großen Deponie abzuhalten, sagte ein Sprecher des Wildtierministeriums. In den vergangenen acht Jahren seien so mehr als 20 Elefanten gestorben.

Zuletzt hatte der Tod zweier Elefanten landesweit Schlagzeilen gemacht, nachdem sich Bilder der Tiere im Müll rasch verbreiteten. Auch ein Video machte die Runden, in dem Mitarbeiter der Wildtierbehörde Plastik aus dem Rektum des einen Tieres gezogen hatten.

Aktivisten fordern mehr Einsatz für die Tiere
Wildtieraktivisten wollen aber, dass mehr für die Elefanten gemacht wird. Auf dem ganzen Inselstaat südlich von Indien gibt es nämlich mehr als 50 Mülldeponien, von denen Wildtiere ebenfalls Plastik fressen. Rund fünf Elefanten sterben so pro Jahr.

Tod durch Menschen aber viel häufiger
Noch deutlich mehr Elefanten sterben auf Sri Lanka allerdings, weil sie sich an Sprengkörpern verletzen, sie Stromschläge von Elektrozäunen abbekommen oder sie erschossen werden. Dahinter stecken meist Bauern, deren Felder oder Häuser von den Elefanten zerstört wurden. Allerdings besiedeln die Menschen zunehmend den Lebensraum der Dickhäuter.

Auch Wilderer haben es auf die Elefanten abgesehen, weil sie die Stoßzähne der Tiere haben wollen. Insgesamt starben im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben 369 Elefanten an nicht natürlichen Ursachen. Nach der letzten Zählung vor zehn Jahren gab es rund 6000 Elefanten auf Sri Lanka.

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