Auch bei Maskenpflicht

2G-Kontrollen: Händler streng, Kunden verwirrt

Seit Dienstag wird der 2G-Nachweis im Handel streng kontrolliert. Ein „Krone“-Lokalaugenschein auf der Mariahilfer Straße in Wien zeigt: Fast alle halten sich daran, aber einige Kunden sind verwirrt. Und auch die FFP2-Maskenpflicht im Freien könnte zum Flop werden.

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Bereits seit Mitte November gilt der Lockdown für Ungeimpfte. Das Betreten von Geschäften außerhalb des täglichen Bedarfs war nur Geimpften und Genesenen vorbehalten. Kontrolliert wurde aber eher selten. Das ist seit Dienstag anders. Nicht nur die Mitarbeiter müssen sich den Impfpass von den Kunden zeigen lassen, auch die Polizei ist in Zivil sowie in Uniform unterwegs, um das zu prüfen.

Der überwiegende Großteil der Händler setzt dies auch um, wie ein „Krone“-Lokalaugenschein auf der Mariahilfer Straße zeigt. „Ich finde das gut. Wir tun wirklich unser Bestes in dieser Hinsicht. Immerhin haben wir alle selbst Eltern daheim“, sagt Verkäuferin Jovanka K. aus dem Leder Outlet. Jeder Kunde wird hier sofort nach Betreten des Shops nach dem Grünen Pass gefragt.

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Es gibt aber auch aggressive Kunden.

Verkäuferin Jovanka über die 2G-Kontrolle

Viele sind verständnisvoll, wenige aggressiv
Die meisten Käufer haben Verständnis dafür - wenn sie die Regel denn schon kennen. „Es gibt aber auch aggressive Kunden“, so Jovanka K. Werden sie nicht hereingelassen, gehen sie laut schimpfend weiter. Im Schuhgeschäft Högl waren die Kontrollen bis dato kein Problem. Im Gegenteil. „Fast jeder Kunde hält den Nachweis bereit“, schildert die stellvertretende Storeleiterin Anita B. Auch für die Mitarbeiter sei die Kontrolle kein Problem.

Stempel direkt am Eingang
Wie die Geschäfte die Kontrolle handhaben, bleibt jedem selbst überlassen. So setzt man etwa im Gerngross auf Stempel, die direkt beim Eingang ausgegeben werden und für alle Shops im Center gelten. Andere Geschäfte haben eigene Mitarbeiter abgestellt, die die Nachweise bei der Tür kontrollieren. Nur in wenigen Betrieben wird man nicht sofort am Eingang gecheckt, etwa wenn ein Verkäufer mit einem Kunden beschäftigt ist. Nach wenigen Minuten ist es aber auch dort so weit.

Kunden verwirrt
Der Großteil der Passanten findet das auch gut so. „Je strenger die Regeln, desto besser“, sagt etwa eine Passantin, die sich darüber ärgert, dass nicht auch in Supermärkten und Drogerien 2G gilt. Aber nicht nur darüber, in welchen Geschäfte nun 2G gilt, herrscht Verwirrung. Auch über die Maskenpflicht im Freien bei weniger als zwei Meter Abstand sind sich noch nicht alle im Klaren.

FFP2-Maskenpflicht im Freien als Flop?
Die FFP2-Maske im Gesicht des Gegenübers ist mittlerweile normal. Zumindest in den Öffis oder Innenräumen. Seit Dienstag gilt sie aber auch im Freien - wenn der Zwei-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann. Beim „Krone“-Lokalaugenschein Dienstagfrüh zeigt sich, dass vor allem Fahrgäste bei den Straßenbahnhaltestellen beim Bahnhof Floridsdorf dies schon verinnerlicht haben. Fast jeder Wartende trägt sie - im Freien.

„Bald habe ich kein Geschäft mehr“
Ein anderes Bild ist am Brunnenmarkt zu sehen. Dort sind es vor allem die Standbetreiber, die eine Maske tragen. Die einen finden es gut, dass dies nun für alle gilt. „Bis jetzt bekamen ja nur wir die Strafe, aber nicht die Passanten“, sagt eine Händlerin. Einige ihrer Kollegen wiederum halten weniger von der Maskenpflicht. Denn die Kunden werden immer weniger. „Wenn es so weitergeht, bin ich bald ohne Geschäft“, erzählt ein Imbissstand-Betreiber. „Mit den neuen Regeln verliere ich die letzten 15 Prozent meiner Kunden.“

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Unter welchen Bedingungen muss ich die Maske jetzt draußen aufsetzen?

Die Maßnahme sorgt unter Passanten noch für Verwirrung

Auch Radfahrer müssen Maske aufsetzen
Auf der Mariahilfer Straße haben die verschärfte Regel auch noch nicht alle verinnerlicht. Darauf angesprochen, zeigen sich viele verwundert. „Unter welchen Bedingungen muss ich die Maske jetzt draußen aufsetzen?“, fragt ein Passant. Auch Radfahrer, die im Schritttempo durch die Begegnungszone fahren, werden darauf hingewiesen. Hält man sich nicht daran, setzt es ein Organmandat, 90 Euro Strafe. Doch das sei laut Polizei das letzte Mittel.

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