11.01.2022 15:43 |

2G-Kontrolle im Handel

Erster Lokalaugenschein: Shopping nur mit Stempel

Wer sich seit ab Dienstag in Wien auf Shopping-Tour begibt, wird fast in jedem Geschäft angesprochen. Statt des vertrauten „Darf ich Ihnen helfen?“ kommt aber eine Aufforderung - nämlich zur Vorlage des 2G-Nachweises. Dieser muss nun auch im Einzelhandel kontrolliert werden. Die Methoden sind dabei aber höchst unterschiedlich, wie ein erster Lokalaugenschein in der Bundeshauptstadt gezeigt hat. Man setzt auf Stempeln, Schleusen oder Securitys. Auch in den weiteren Bundesländern scheinen die Kontrollen recht gut zu funktionieren.

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Auf den ersten Blick ist das Shopping-Erlebnis nicht anders als zuvor. Auch, wenn sich der Andrang etwa auf der Mariahilfer Straße oder im Einkaufszentrum am Westbahnhof am Vormittag in Grenzen gehalten hat. Das dürfte der Uhrzeit geschuldet sein, aber wohl auch den fehlenden Touristen und dem Homeoffice. Lediglich vor einem Bekleidungsgeschäft, das Schleuderpreise verspricht, hatte sich eine kleine Menschenmenge versammelt.

Absperrbänder und Eingangskontrollen
Dass sich mit dem heutigen Tag etwas geändert hat, wird spätestens dann klar, wenn man einen Shop betritt. Wer etwa im EKZ am Bahnhof Schuhe begutachten möchte, merkt relativ rasch, dass die Verkäuferin am Eingang nicht nur nach Kundschaft Ausschau hält - sondern auch den Corona-Status des Besuchers checkt.

Offensichtlicher ist dies bei einem benachbarten Elektronik-Händler. Hier setzt man auf Absperrbänder und einem vor dem Geschäft stehenden Kollegen. Damit ist sofort klar, dass es sich hier um eine Art Eingangsschleuse handelt. Noch eindeutiger ist dies bei einer Buchhandelskette. Dort sind Security-Mitarbeiter in gelben Warnwesten engagiert worden, um die 2G-Kontrollen durchzuführen.

Ikea: „Bitte halte deinen 2G Nachweis bereit“
Beim City-Ikea macht eine Tafel vor dem Eingang darauf aufmerksam, dass man sogleich unter die Lupe genommen wird. „Bitte halte deinen 2G Nachweis bereit“ heißt es da gewohnt jovial. Auch dass ein Lichtbildausweis verlangt wird, ist dem Plakat zu entnehmen. Betritt man dann das Möbelhaus, wird der Nachweis gescannt. Das ist sonst meist nicht der Fall, in anderen Geschäften begnügt man sich oft mit einem Blick auf den Grünen Pass bzw. einen Ausdruck.

Eine häufige Variante in Sachen Eintrittssituation ist ein Stehtisch samt Desinfektionsmöglichkeit sowie dort postierte Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter, die nach dem Nachweis fragen. Eine Textilkette weist beim Eingang auch darauf hin, dass man nach Möglichkeit „automatisch“ die entsprechende Bestätigung zeigen soll - also man sich selbst auf die Suche nach Verkaufspersonal machen möge. In einigen Geschäften auf der „Mahü“ wird überhaupt nur auf die 2G-Pflicht hingewiesen und auf eine Kontaktaufnahme beim Eingang oder im Verkaufsraum verzichtet. Dort muss dann an der Kassa kontrolliert werden.

Freiwillige Stempel beim Gerngross
Im Gerngross wird man im Erdgeschoss von einer Art Rezeption empfangen, bei der man darauf hingewiesen wird, dass man sich - freiwillig - einen Stempel abholen kann. Zeigt man seinen Nachweis, wird der Handrücken mit einem kleinen, nicht klar erkennbaren Motiv verziert. Im Center selbst wird man dann, wenn man sich in den Shops umsieht, angesprochen und um die 2G-Bescheinigung gebeten. Da reicht dann das Vorzeigen des Stempels.

Während die Kontrollpflicht im Handel also weitgehend bekannt sein dürfte, ist das Wissen um die ebenfalls seit heute geltende Maskenpflicht im Freien offenbar noch eher dürftig. Am Dienstag waren viele Passanten auf der Mariahilfer Straße jedenfalls ohne entsprechenden Mundschutz unterwegs.

Kontrollen in Bundesländern fast schon Routine
Ganz unterschiedliche Erfahrungen bei den 2G-Kontrollen in den Geschäften erlebt man derzeit in Oberösterreich. Während man in Linz oft direkt am Eingang den Impfstatus vorweisen muss, passiert dies in Einkaufszentren in Asten (Bezirk Linz-Land) und Mauthausen (Bezirk Perg) überwiegend erst an den Kassen. Ein Lokalaugenschein in Vorarlberg zeigte, dass die Kontrollen vom Verkaufspersonal teils penibel durchgeführt werden - nur wenige Kunden mussten dabei abgewiesen werden.

Auch in Kärnten sind die Kontrollen angelaufen. Alleine in Villach wurden laut dem örtlichen Polizeichef 200 Kontrollen durchgeführt - dabei habe es eine Anzeige gegeben, weil ein Mitarbeiter keinen Nachweis vorlegen konnte.

In der Steiermark zeigte sich bereits ein durchaus eingespielter Ablauf: Während in kleinen Geschäften oftmals gleich beim Eintreten nach dem 2G-Nachweis gefragt wird, muss man etwa im größten Kaufhaus in Graz erst an der Kassa den „Grünen Pass“ vorweisen. 

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