In Wien geschnappt

Taschendieb vergaß Handy am Tatort: 20 Monate Haft

Noch ehe die Verhandlung in Wien begonnen hat, bricht ein Entschuldigungsschwall über den Richter herein. Es sei alles nur ein schlimmer Zufall und keine böse Absicht gewesen, dass er - der Angeklagte - eine teure Aktentasche mit noch teurerem Inhalt einem Schmuckhändler im Nobelrestaurant geklaut hatte.

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Er wollte doch nur eine Nacht bleiben, auf der Reise von Deutschland über Wien nach Alicante (Spanien). Der seltsame Reiseverlauf verwunderte Richter Georg Olschak doch eher, „aber das sind die billigsten Flüge“, kam flott die Antwort. Die aber ausblieb, als es darum ging, was der 42-Jährige in Alicante vorhatte.

Denn in Wien, so Herr Rat, hatte er definitiv etwas vor, was mit Zufall wenig zu tun hat: „Just am einzigen Abend just ins Nobellokal beim Ring zu gehen, wo just ein Juwelenhändler speist, dessen Nobel-Aktentasche voll mit Geld, Gold und Nobeluhren ist, die Sie just und spontan an sich nehmen? Wer glaubt Ihnen so was?“ Bei elf einschlägigen Vorstrafen in Deutschland, wo der gebürtige Algerier verheiratet ist und auch lebt?

Im Lokal wartete schon die Polizei
Aber einen Zufall gab es doch, wenngleich einen blöden: Der Angeklagte hatte sein Handy am Tatort vergessen und kam wieder, um es zu holen. Da hatte man schon die Überwachungsvideos angeschaut und die Polizei alarmiert. Bei der Urteilsverkündung - 20 Monate Haft - bricht der Mann in Schluchzen aus: „Das ist zu viel. Ich hab mich doch entschuldigt. Es ist ja nix passiert.“ Berufung.

Gabriela Gödel
Gabriela Gödel
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