Aber keine Entwarnung

Studien: Minderschwere Erkrankungen bei Omikron

Wissenschaft
23.12.2021 07:53

Zwei Studien aus Großbritannien zeigen, dass Corona-Infektionen bei der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante seltener zu einem Krankenhausaufenthalt führen. Die am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Studienergebnisse bestätigten somit frühere Erkenntnisse aus Südafrika, wo die Omikron-Variante erstmals registriert worden war. Experten warnten allerdings vor überzogenem Optimismus.

In einer Studie in Schottland untersuchten die Forscher Covid-Fälle, die im November und Dezember aufgezeichnet wurden. Sie verglichen dabei Infektionen mit der Omikron-Variante mit solchen der Delta-Variante. Die Studie ergab, dass Omikron im Vergleich zu Delta das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Covid-19 um zwei Drittel senkt und dass eine Auffrischungsimpfung einen erheblichen zusätzlichen Schutz vor symptomatischen Erkrankungen bietet.

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Das verringerte Risiko einer Krankenhauseinweisung bei der Omikron-Variante ist zwar beruhigend, aber das Infektionsrisiko bleibt extrem hoch.

Azra Ghani vom Imperial College London

In einer weiteren Studie in England wurde festgestellt, dass die Zahl jedweder Krankenhausaufenthalte bei Omikron im Vergleich zu Delta um 20 bis 25 Prozent zurückging. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die eine Nacht oder länger dauerten, ging sogar um 40 bis 45 Prozent zurück. In der schottischen Studie wurden nur Aufenthalte von mindestens einer Nacht untersucht, so dass dies einen Teil des festgestellten Unterschieds erklären könnte.

Auffrischungsimpfung bester Schutz vor Spitalsaufenthalten
Azra Ghani vom Imperial College London, die die englische Studie mitverfasst hat, erklärte: „Das verringerte Risiko einer Krankenhauseinweisung bei der Omikron-Variante ist zwar beruhigend, aber das Infektionsrisiko bleibt extrem hoch.“ Eine Auffrischung der Impfung biete „weiterhin den besten Schutz vor Infektionen und Krankenhausaufenthalten.“

Ein kurzer Piks, der Leben retten kann: Die Schutzimpfung verhindert in gut 90 Prozent der Fälle einen schweren Krankheitsverlauf. (Bild: P. Huber)
Ein kurzer Piks, der Leben retten kann: Die Schutzimpfung verhindert in gut 90 Prozent der Fälle einen schweren Krankheitsverlauf.

Die Professorin für Pharmazeutische Medizin am King‘s College London, Penny Ward, die nicht an den Studien beteiligt war, erklärte, diese änderten „nichts an der außergewöhnlichen Ausbreitung dieser Variante in der Bevölkerung“. Es sei eine Tatsache, dass „selbst ein kleiner Anteil von Menschen, die wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen, zu einer sehr großen Zahl werden kann, wenn die Zahl der Ansteckungen in der Bevölkerung weiter ansteigt.“

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