22.12.2021 16:22 |

15.000 Neuinfektionen

Experten sicher: Omikron trifft uns Anfang Jänner

In vielen Ländern hat die Omikron-Variante des Coronavirus bereits Delta als vorherrschende Mutation abgelöst. Eine Entwicklung, die offenbar auch hierzulande schon nahe bevorsteht. Bereits in der ersten Jänner-Woche sei die erste Infektionswelle mit der Variante möglich, erklärte das Covid-Prognosekonsortium am Mittwoch. Die Experten vermuten, dass es schon kurz nach Jahreswechsel 15.000 Neuinfektionen pro Tag geben könnte.

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Schon seit Wochen ist vielen Experten klar, dass sich die hochinfektiöse Omikron-Variante auch in Österreich als fünfte Infektionswelle durchsetzen wird. Welche konkreten Folgen das für das Land haben wird, ist jedoch noch offen.

Bis zu drei Mal ansteckender als Delta
Die Experten haben ihren Berechnungen die Annahme zugrunde gelegt, dass Omikron sich doppelt bis drei Mal so schnell ausbreitet wie die Delta-Variante und eine effektive Reproduktionszahl zwischen 1,5 bis 2,4 aufweist. Was von den Zahlen in Österreich gestützt wird, wo die Virus-Variante erstmals Ende November nachgewiesen wurde und sich seither rasant häuft. Das Konsortium geht davon aus, „dass die Omikron-Variante binnen weniger Wochen dominant wird und bei ungebremstem Anstieg noch im Jänner 2022 den bisherigen Höchststand an täglichen Neuinfektionen übertreffen könnten“.

Die Zahl der Neuinfektionen ist hierzulande zuletzt deutlich gesunken - der Blick auf andere Länder zeigt aber, was uns bevorstehen dürfte:

Ein langsameres Wachstum der Omikron-Variante sei „bislang nicht mit den beobachteten Verläufen der Infektionskurve in Ländern zu vereinbaren, die bereits eine höhere Omikron-Prävalenz aufweisen“.

Enorme Zahl an Neuinfektionen befürchtet
Konkret ist bei einer angenommenen effektiven Reproduktionszahl von zumindest 1,97 und der Voraussetzung, das zehn bis 20 Prozent aller Infektionen mit SARS-CoV-2 auf die Omikron-Variante zurückgehen, schon in der ersten Jänner-Woche hierzulande mit mehr als 15.000 neuen Corona-Fällen pro Tag zu rechnen. Inwiefern Omikron zu schweren Verläufen und Spitalsaufenthalten führt, kann dem Konsortium zufolge noch nicht seriös eingeschätzt werden.

„Es ist plausibel, dass eine bereits durchgemachte Infektion bzw. eine doppelte Impfung zu einem gewissen Grad auch vor schweren Verläufen schützt“, heißt es in dem Policy Brief der Experten. Berücksichtigt man die Tatsachen, dass inzwischen 70 Prozent der Gesamtbevölkerung ein aktives Impfzertifikat haben und etliche eine Infektion hinter sich bzw. eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, „ist zumindest für die Omikron-Variante eine reduzierte Hospitalisierungsrate zu erwarten“, meint das Gremium.

Kontakte sollten rasch reduziert werden
Als „unmittelbare Handlungsoptionen“ werden rasch zur Anwendung kommende kontaktreduzierende Maßnahmen, verstärktes PCR-Testen sowohl für ungeimpfte wie auch geimpfte Personen, eine FFP2-Maskenpflicht in allen relevanten Settings sowie verstärktes Contact Tracing „solange wie möglich“ empfohlen. „Aufgrund der bisher verfügbaren wissenschaftlichen Literatur stellt darüber hinaus die Beschleunigung der (Booster-)Impfungen die effektivste Maßnahme zur Bekämpfung der potenziellen Omikron-Welle dar“, richtet das Konsortium ein Mal mehr einen Impfappell an die Bevölkerung.

„Potenzielles Risiko für kritische Infrastruktur“
Bei rasant wachsenden Fallzahlen ist jedoch zu erwarten, „dass das aktuell implementierte Test- und Meldesystem an seine Grenzen stoßen wird“. Damit wäre es zunehmend schwierig, die epidemiologische Lage zu beurteilen und entsprechende Prognosen für die Fallentwicklung und den Spitalsbelag anzustellen, weshalb die Experten anraten, „skalierbare Surveillance-Systeme zu etablieren, die mit steigenden oder sinkenden Fallzahlen korrespondieren und beim Auftreten neuer Virusvarianten rasch repräsentativ ausgerollt werden können“.

Da hohe Fallzahlen zu entsprechend hohen Quarantänezahlen führen, besteht dem die Politik beratenden Gremium zufolge „ein potenzielles Risiko für die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur“. Vor diesem Hintergrund könnte eine Änderung des Quarantänekonzepts „ab einem gewissen Fallzahlniveau erforderlich sein“, halten die Experten fest.

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