Ein faszinierendes Naturschauspiel hat sich kürzlich einem Wanderer in Vorarlberg geboten. Am Himmel nahe der Gemeinde Vandans war eine farbenprächtige Leuchterscheinung zu bewundern – ein sogenannter Zirkumhorizontalbogen …
Er sei am 5. Juli am Lünersee, einem Gebirgssee, gewandert, als er das bunte Himmelsspektakel, das auch als Feuerregenbogen bezeichnet wird, bemerkte und filmte, schilderte der Mann. „Im ersten Moment dachte ich, dass ich mir das nur einbilde, weil ich farbenblind bin, oder wegen der Anstrengung beim Wandern und der Hitze halluziniere.“
Wieder zu Hause angekommen, habe der die Aufnahmen (die erst jetzt veröffentlicht wurden, Anm.) an seine Freunde geschickt und im Internet recherchiert. So habe er schließlich herausgefunden, dass es sich bei den in Regenbogenfarben schillernden Wolken um „ein seltenes Phänomen“ handle, so der Mann weiter.
Zirkumhorizontalbögen ähneln einem horizontal verlaufenden Regenbogen, weshalb sie umgangssprachlich als Regenbogenwolken bezeichnet werden. Obwohl die Leuchterscheinung an einen Regenbogen erinnert (die gleichen Spektralfarben), ist sie keiner, denn bei Regenbögen wird das Sonnenlicht an flüssigen Regentropfen (und nicht an Eisplättchen) gebrochen.
Eiskristalle für Leuchterscheinung verantwortlich
Die Regenbogenfarben eines Zirkumhorizontalbogens entstehen durch die Brechung von Sonnenstrahlen, wenn diese nahezu senkrecht auf in hohen Cirrus- oder Cirrostratuswolken schwebende Eiskristalle fallen. Je nach Größe und Orientierung der Eiskristalle sowie dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft, entstehen am Himmel teils weißliche, teils auch farbige Halo-Erscheinungen in Form von Kreisen, Bögen oder auch Säulen.
Ein Zirkumhorizontalbogen kann nur entstehen, wenn die Sonne höher als 57,8 Grad über dem Horizont steht. Deshalb können Regenbogenwolken nicht an Orten, die nördlicher als 55 Grad Nord bzw. südlicher als 55 Grad Süd liegen, beobachtet werden.
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