Ernährung

Beim Fischgenuss auf Nachhaltigkeit achten!

Etwa acht Kilogramm beträgt der jährliche Pro-Kopf-Fischkonsum hierzulande. Österreich muss als Binnenland 95 Prozent der Fische importieren. Deshalb ist es so wichtig, vorher das Produkt stammt.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Ernährungsexperten empfehlen ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche. Er ist nicht nur eine wertvolle Eiweißquelle, er besitzt einen hohen Gehalt an den Vitaminen B12 und D sowie Mineralstoffen Jod oder Selen. Auch ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 sind reichlich vorhanden. Den positiven gesundheitlichen Eigenschaften steht aber die Frage der Nachhaltigkeit des Fischkonsums gegenüber: So sind bereits 90 Prozent der essbaren Fische im Mittelmeer überfischt. Größtenteils landen nämlich Raubfische auf den Tellern, die an der Spitze der Nahrungskette stehen und kleinere Bestände haben. Beliebte Speisefische wie der Thunfisch oder Kabeljau sind daher zum Teil bereits bedroht, wie das „forum.ernährung heute“ berichtet. Das Meer könnte künftig dennoch besser genutzt werden, um den Proteinbedarf für die zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 zu decken. Dafür müssten mehr Muscheln, die ebenfalls sehr eiweißreich sind und geschmacklich punkten, sowie mehr Fisch von der Basis der Nahrungskette konsumiert werden. Sogenannte Friedfische, die sich pflanzlich ernähren, erfüllen jedoch selten unsere geschmacklichen Anforderungen.

In der Nachhaltigkeitsdiskussion warnt Mag. Axel Hein vom WWF Österreich vor Verallgemeinerungen und pauschalen negativen Zuschreibungen für einzelne Fischarten. Als Paradebeispiel dafür nennt er den Pangasius: "Einem ,Raketenstart´ folgten TV-Dokus, die den Fisch in Verruf gebracht haben. Aber auch hier gibt es zahlreiche Aquakulturen mit Bio-Zertifizierung und entsprechenden Besatzdichten. Der Pangasius selbst bietet Vorteile, da er robust ist, generell in großen Beständen gehalten werden kann und Futter gut verwertet. Auch Lachs wird größtenteils gezüchtet und kommt vor allem aus Norwegen, vielfach sogar in Bio-Qualität“, betont Mag. Hein. Wildlachs aus den USA wird ebenfalls vielfach nachhaltig bewirtschaftet. 

Wer zu heimischem Fisch und Bio-Qualität greift, ist in punkto Nachhaltigkeit sowie Qualität auf der sicheren Seite. Hier stehen kurze Transportwege und strenge Nachhaltigkeits-Kriterien an erster stelle. Bei Fischen aus dem Meer beim Kauf auf Gütesiegel achten. Sie geben Auskunft über die Zuchtumstände, den Transportweg oder den Umgang mit Beifang und Artenschutz. Das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) etwa steht für verantwortungsvolle und nachhaltige Zucht. Mag. Hein rät, sich vor dem Fischkauf über die unterschiedlichen Gütesiegel zu informieren, denn auch diese haben mitunter ihre Schwachstellen. Nichtsdestoweniger gilt, dass die vorhandenen Siegel aktuell die beste Möglichkeit zur Nachhaltigkeitsabschätzung sind.

Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 19. Jänner 2022
Wetter Symbol