17.12.2021 06:00 |

Familienbudget

Neue Studie: Wie viel Kinder wirklich kosten

Nach knapp 60 Jahren liegt endlich wieder eine Studie vor, die zeigt, wie sich der Nachwuchs auf das Familienbudget auswirkt. Fazit: Je älter das Kind, desto mehr müssen Eltern aufwenden.

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Kinderkostenanalyse und Studie „Monetäre Familienleistungen 2021“ - viel sperriger hätte der Titel für eine durchaus bedeutende Untersuchung nicht ausfallen können. Bedeutend deshalb, weil erstmals seit den 1960er-Jahren wieder wissenschaftlich belegte Daten auf dem Tisch liegen, die zeigen, wie viel Kinder ihren Eltern - vom Kreißsaal bis zu einem halbwegs eigenständigen Leben - kosten. Zumindest ungefähr ...

Das Sozialministerium hat dafür einerseits die Statistik Austria, andererseits das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO damit beauftragt, sich einen Überblick über den Status quo zu verschaffen. Und hier tun sich teils riesige Kluften auf, vor allem im Vergleich zwischen Zwei-Erwachsenen-Haushalten und Alleinerziehern (Ein-Erwachsenen-Haushalten) - siehe Grafik unten.

Kind, das bei beiden Eltern unter einem Dach wohnt, kostet 494 Euro pro Monat
So kostet ein Kind, das mit beiden Eltern unter einem Dach wohnt, pro Monat 494 Euro. Im Gegenzug kassieren die Erziehungsberechtigten vom Staat sogenannte Transferleistungen von 328 Euro. Bleibt eine Differenz von 166 Euro. Rechnet man diesen Betrag bis zur Matura hoch, steht unterm Strich ein Betrag von knapp 36.000 Euro. Bis zum Ende der Schulpflicht (15 Jahre) sind es 30.000 Euro. Auffällig: Mit zunehmendem Alter steigen die Kosten pro Kind, die monetären Leistungen bleiben aber annähernd gleich. So weit, so gut.

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Mit der Studie setzen wir einen wichtigen Teil des Regierungsprogramms um. Alle Kinder in Österreich sollen von Anfang an dieselben Chancen haben – unabhängig von Herkunft und sozio- ökonomischem Hintergrund.

Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne)

Finanzielle Herausfoderungen für Alleinerziehende
Alleinerzieher stellt das System aber noch vor viel größere finanzielle Herausforderungen. Dort steigen die Kosten pro Kind massiv an, wie die Statistik zeigt. Das liegt daran, dass sich bei geringerer Haushaltsgröße die Fixkosten - etwa für Wohnen oder Energie - auf weniger Personen verteilen. Die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand bleibt allerdings gleich bzw. liegt sogar noch etwas darunter. Das ist einer der Hauptgründe, warum Alleinerzieher viel öfter gefährdet sind, in die Armut abzurutschen.

Plus 25 Prozent im Vergleich zu den 60ern
Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Kosten für das Aufziehen von Kindern doch deutlich, aber nicht exorbitant erhöht. So mussten Eltern der 60er-Jahre für einen Mittelschüler (umgerechnet auf Euro und an die Inflation angepasst) 402 Euro pro Kind und Monat einkalkulieren, jetzt sind es 483 Euro. Das liegt vor allem am Lebensstandard. Denn während etwa Nahrungsmittel im Vergleich billiger geworden sind, kostet das Wohnen mehr. Und auch technische Errungenschaften, die nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind. Stichwort: Smartphone und Co.

Sozialminister Wolfgang Mückstein will sich nun parallel zum Kampf gegen die Pandemie nun auch dem Kampf gegen Kinderarmut widmen: „Wir haben im Regierungsprogramm eine Halbierung der Armut in Österreich vereinbart. Mit dieser Kinderkostenstudie setzen wir nun einen wichtigen Punkt um.“ Basierend darauf sollen die Leistungen für Kinder neu aufgestellt werden.

 Kronen Zeitung
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