14.12.2021 05:55 |

Hotel Wörthersee

Stadt stellt Besitzer die Rute ins Fenster

Nach dem Brand im ehemaligen Hotel Wörthersee in Klagenfurt sind die Ermittlungen der Polizei noch nicht abgeschlossen. Weiterhin ist unklar, was das Feuer am Sonntag verursacht hat. Die Hotelruine war in den vergangenen Jahren öfter Treffpunkt für illegale Partys. Nach dem jüngsten Vorfall will die Stadt den Besitzer stärker in die Pflicht nehmen und droht mit einer Ersatzvornahme.

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Seit Jahren wird eine Lösung für das denkmalgeschützte Gebäude gesucht, das seit 2016 einem polnischen Investor gehört. In der Facebookgruppe „Das Hotel Wörthersee-Nostalgiealbum“ kämpft Sabine Biedermann seit einem Jahr dafür, dass der Denkmalfonds für dieses unmittelbar vom Verfall bedrohte Gebäude angezapft wird: „Ich bin beim Ruderverein gegenüber aufgewachsen, habe mich in meiner Kindheit in das Hotel verliebt. Auch der Pole behauptet, er liebe dieses Prunkstück der Wörthersee-Architektur. Wie kann er es dann so lieblos verfallen lassen?“

„Eigentümer kann Bausubstanz folgenlos zerfallen lassen“
Eine Ersatzvornahme durch die Stadt fordert Markus Landerer von der Initiative Denkmalschutz: „Der Eigentümer kann die Bausubstanz offenbar folgenlos zerfallen lassen. Ein Schicksal, das das Hotel übrigens mit dem wenige Hundert Meter entfernten Schrotturm teilt.“

Eigentümer ist uns Detailpläne schuldig
Bürgermeister Christian Scheider stellt dem Besitzer die Rute ins Fenster: „Die Stadt könnte notwendige Sanierungsarbeiten in Auftrag geben und diese dann dem Eigentümer in Rechnung stellen. Der ist uns ja auch noch die Detailpläne schuldig.“ Bauexperten sollen die Hotelruine unter die Lupe nehmen und klären, was der Brand zerstört habe, und ob das Gebäude noch sanierbar sei.

Gorazd Živkovic vom Bundesdenkmalamt muss darauf achten, dass die geschützte Bausubstanz erhalten bleibt: „Mit dem Polen haben wir noch über keine Subvention gesprochen, weil er sich noch nicht um die Absicherung gekümmert hat. Uns stehen jährlich 650.000 Euro zur Verfügung.“ 

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