Thema Umweltschutz

Waldviertel will mittun, fordert aber faire Zahlen

„Vor allem bei der Bodenversiegelung können wir uns im Norden des Landes aktiv für den Naturschutz einbringen“, ist Martin Bruckner vom Verein Interkomm Waldviertel, dem 60 Gemeinden angehören, überzeugt. Aber es brauche neue Mittel und Wege, damit Leerstände mobilisiert und Ortskerne belebt werden können.

Ein Flächenvergleich von Bezirk und Stadt St. Pölten mit dem Waldviertel fördert viel Interessantes zutage: Obwohl die 60 Waldviertler Gemeinden mit fast 305.000 Hektar Fläche mehr als doppelt so groß sind wie der St. Pöltner Raum, gibt es im Waldviertel nur 86 Hektar Bauland mehr. Bei Baulandreserven hingegen hat die Landeshauptstadt-Region die Nase sogar um 177 Hektar vorne. Und trotz der größeren Gebietsfläche und längeren Distanzen zwischen den Orten hat das Waldviertel auch um 766 Hektar weniger Verkehrsflächen.

Versiegelte Flächen
In der Diskussion um die dünne Besiedelung der Bezirke ober dem Manhartsberg hängt dann aber die versiegelte Fläche pro Hauptwohnsitzer wie ein Damoklesschwert über dem nördlichsten Landesviertel: Während in der St. Pöltner Region pro Bürger Ende 2020 nur 566 m2 versiegelt waren, sind es im Waldviertel 1038 m2.

Nicht einmal Obstgarten gilt immer als Stück Natur
Bürgermeister Martin Bruckner ist Obmann des Vereins Interkomm, dem 60 Waldviertler Gemeinden angehören. Seit über 20 Jahren baue er in Großschönau Siedlungsstraßen mit nur noch vier Meter Breite. Das spare nicht nur viel versiegelte Fläche, es würde auch zur Verkehrsberuhigung beitragen. Dass der Garten, so er als Bauland gewidmet ist, automatisch zur versiegelten Fläche zähle, verzerre aber gerade für das Waldviertel das Bild extrem.

Ortskerne beleben
Auch jetzt schon gibt es immer wieder enorme Anstrengungen, Ortskerne und Leerstände zu beleben, wie es beim Projekt „Frau Ida“ in Zwettl der Fall ist: Dort werden im Stadtzentrum drei Geschoße über einem Geschäft vitalisiert. Leider ist das die Ausnahme, viele Dörfer kämpfen um die Belebung ihres Zentrums. „Da brauchen wir dringend gute neue Maßnahmen“, betont Bruckner.

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