06.12.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

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Es ist ja nicht so, dass man jeder Demonstration größere Aufmerksamkeit widmen sollte. Wenn aber 42.000 Menschen aus fast allen Verhältnissen und mit unterschiedlichen Ansichten auf die Straße gehen, wäre ein Ignorieren der Ursachen des Unmuts nicht zu empfehlen. Es hat dabei keine Rolle zu spielen, ob einem diese Leute und deren Motive sympathisch oder unsympathisch sind.

Vordergründig geht es bei den Protesten vor allem um die Impfpflicht. So wirksam und wichtig die Impfung zur Bekämpfung des Virus auch ist, so behutsam muss über das Instrument einer von oben herab verordneten Verpflichtung geredet werden. Wenn mit der Lösung eines Problems wieder neue Probleme in die Gesellschaft eingeschleppt werden, muss ein Denkfehler im System sein.

Was bei den Demonstrationen nämlich zum Vorschein tritt, sind aggressive Gefühle der Ohnmacht gegen staatliche Autoritäten, die ihre Glaubwürdigkeit beschädigt haben. Das liegt am gescheiterten türkisen Projekt, in dem Wahrheit und Wirklichkeit so oft verdreht wurden, dass viele nicht mehr wissen oder spüren, wo oben und unten ist.

Diese Stimmung machen sich die üblichen Scharlatane durch den Ruf der Horde zunutze. Hinter deren Parolen von der Freiheit stecken aber wie so oft die größten Feinde der Freiheit. Mit einer seriösen Regierungsarbeit könnte man dieser Entwicklung entgegenwirken. Der künftige Kanzler und das teilerneuerte Team sind da bestenfalls eine glanzlose Notlösung. So lebt die Hoffnung, das Misstrauen bleibt.

Claus Pándi
Claus Pándi
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