04.12.2021 18:45 |

Pfefferspray versprüht

Mehrere Festnahmen bei Großdemo in Wiener City

Ausnahmezustand am Samstag in Wien: Nicht weniger als 27 Demonstrationen waren angekündigt, ein Großteil davon richtete sich gegen die Corona-Maßnahmen. Zahlreiche Verkehrssperren waren nötig, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und bat schon vorab, die betroffenen Stadtgebiete zu meiden. Etwa 42.000 Maßnahmen-Gegner zogen laut Polizei ab 13 Uhr über den Ring, an einer Gegendemonstration nahmen etwa 1500 Aktivisten teil. Rund 1200 Polizisten waren im Einsatz. Im Zuge des Großeinsatzes musste von der Exekutive Pfefferspray eingesetzt werden. Es kam zu mehreren Festnahmen. Kurz nach 16 Uhr löste sich die Großdemo langsam auf.

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Die Stimmung war schon bei der Auftaktkundgebung am Heldenplatz um 13 Uhr aufgeheizt. Im Chor stimmten die Demonstranten „Widerstand“ und „Freiheit“ an. Ein Redner bezeichnete Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) als die „vergessenen Haupttäter“ der vergangenen Monate.

Eine größere Abordnung der Identitären um Martin Sellner mit Transparenten wie „Uns kriegt ihr nie“ und „Wir sind das Volk“ wurde in Richtung Landstraße umgeleitet und kehrte dann zum Hauptdemozug zurück.

„Impfungen sind Völkermord“
Die lauteste Kritik der Maßnahmengegner richtete sich gegen die geplante Impfpflicht - Transparente verkündeten etwa „Impfungen sind Völkermord“ oder „Ungeimpft = natürlich gesund“. Immer wieder trennten sich kleinere und größere Abordnungen vom Demozug, andere vereinigten sich wieder mit diesem - was die Lage entsprechend unübersichtlich machte.

Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele Familien mit Kindern - dementsprechend auch zahlreiche Transparente wie „Für die Liebe, für die Kinder und alle Menschen“. Auch Aufschriften wie „Wir sind keine Leibeigenen und keine Untertanen“ oder „Wir denken selbst“ bzw. diverse Abwandlungen davon wurden vor sich hergetragen.

Pyrotechnik und Weihrauch
Während am Heldenplatz noch Reden geschwungen wurden, setzte sich gleichzeitig ein Demo-Zug am Ring entgegen der Fahrtrichtung in Bewegung. Pyrotechnik wurde gezündet. Andere Demo-Teilnehmer schwenkten wiederum Weihrauch.

Bei allen Kundgebungen herrschte FFP2-Maskenpflicht, auf die die Polizei mittels Lautsprecherdurchsagen regelmäßig hinwies. Zahlreiche Teilnehmer verzichteten jedoch auf den Mund-Nasen-Schutz.

Die Partei MFG hielt eine Standkundgebung am Schwarzenbergplatz ab, diese begann bereits um 9 Uhr und war bis 20 Uhr angesetzt. Zwischenzeitlich waren etwa 600 Demonstranten vor Ort. Zahlreiche Teilnehmer schlossen sich aber auch der Demo am Heldenplatz an.

Blockade durch Gegendemonstranten
Um 12 Uhr startete zudem eine Gegendemonstration, die sich gegen Antisemitismus und Faschismus richtete. Die anfangs etwa 600 Demonstranten versammelten sich am Stephansplatz. Beim Schwedenplatz errichteten die Gegendemonstranten dann am Ring eine Blockade. Die Polizei konnte einen Zusammenstoß der beiden Gruppen verhindern. Die Teilnehmer der Gegendemonstration zogen dann zum Karmeliterplatz weiter.

Unübersichtliche Situation
Immer wieder versuchten die Maßnahmen-Gegner, eine neue Route zu finden, die Polizei musste deshalb ständig weitere Straßenzüge sperren. Beim Versuch, die Blockaden zu durchbrechen, wurden Rauchbomben von den Demonstranten gezündet. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Auch Diensthunde versuchten, die aufbrausende Menge in Schach zu halten. Einige Teilnehmer wurden wegen Verdachts des Widerstandes gegen die Staatsgewalt festgenommen.

Rund 1200 Polizisten waren im Einsatz, vorläufig wurden fünf Demonstranten verhaftet. Die Exekutive hatte vorab dazu aufgerufen, Großversammlungen wie diese wegen der derzeitigen Corona-Lage und Ansteckungsgefahr zu meiden.

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