Wenig Erstimpfungen

Erste Bilanz nach einer Woche Lockdown in OÖ

Die vergangenen sieben Tage waren geprägt vom Blick auf Statistiken. Das Land OÖ hoffte - bisher vergeblich - auf einen stärkeren Zulauf zu den Impfungen, der Handel auf eine baldige Öffnung der Geschäfte.

Seit einer Woche befindet sich Oberösterreich im vierten Corona-Lockdown. Zu früh um eine Bilanz zu ziehen, heißt es vom Landeskrisenstab: „Solch ein Lockdown kann sich erst nach circa sieben bis zehn Tagen in den Zahlen auswirken. Natürlich können aber auch die bereits zuvor gesetzten Maßnahmen, wie zum Beispiel die 2-G-Regel, Auswirkungen gezeigt haben.“ Am Montag wurden vom Krisenstab 1582 Neuinfizierte gemeldet, die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner betrug 1248,7. Im Vergleich: Am 24. November gab es 4.489 Neuinfektionen. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz wurde mit 1687,8 am 20. November verzeichnet.

19. Dezember als letzte Chance für die Geschäfte
Auf die Zahlen schaut man auch im Handel genau: Ernst Wiesinger, Sparten-Obmann in der Wirtschaftskammer hofft, dass diese bald eine Wiederöffnung der Geschäfte zulassen. „Das Geschäft vor Weihnachten macht 40 Prozent des Jahresumsatzes aus.“ Wiesinger hofft nun, dass Oberösterreich nicht erst am 18. Dezember die Rollläden hochfährt, sondern zusammen mit den anderen Bundesländern schon am 13. Dezember. „Die Konsumenten machen nicht an der Bundesländergrenze halt. Aber wir müssen schon so realistisch sein, nichts zu fordern, das die Krankenhauszahlen nicht hergeben.“ Der Verlust des ersten Einkaufswochenendes lasse sich ohnehin nicht mehr aufholen. „Mit dem Lockdown treiben wir die Leute mit wehenden Fahnen zu Amazon, Zalando und Co.“ Das derzeit diskutierte Offenlassen der Geschäfte am Sonntag, 19. Dezember ist laut Wiesinger, der nicht glaubt, dass sich die Menschen in den Handelsbetrieben anstecken, eine „letzte Chance und ein Hoffnungsschimmer“.

Wie alle, die ein Lockdown-Ende herbeisehnen, tritt auch der Handelsobmann fürs Impfen ein. Der erhoffte Zulauf zur Impfung blieb im Lockdown aber bisher aus. Eine erfreuliche Entwicklung gibt es nur bei den Auffrischungsimpfungen. So war der 26. November der „impfstärkste“ Tag des Monats. 19.335 Oberösterreicher holten sich den Booster, 4.267 einen zweiten Stich und nur 3175 ließen sich erstmals impfen. Insgesamt wurden im November bisher 360.922 Impfstiche verabreicht.

4428 Kinder sind bereits in Oberösterreich geimpft
Angelaufen ist am ersten Lockdown-Wochenende auch die offizielle Impfung der Fünf- bis Zwölfjährigen: Insgesamt sind in Oberösterreich bereits 4428 Kinder dieser Altersgruppe geimpft. In dieser zahl beinhaltet sind auch Kindern, die bereits vor der Impfstoff-Zulassung immunisiert wurden. Alleine in Linz erhielten am Sonderimpftag 450 Kinder ihren ersten Pieks.

Corona-Infos in 14 Sprachen übersetzt
Das Land OÖ reagiert auf die trockenen Statistikzahlen mit einer neuen Covid-19-Impfkampagne: Neue Sujets kommen zum Einsatz und sollen vor allem Junge ansprechen. Gesundheitsreferentin LH-Vize Christine Haberlander: „Wir richten uns verstärkt an Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund. Aus Umfragen wissen wir, dass gerade in diesen Gruppen viele noch zögern.“ Die wichtigsten Infos zu den Corona-Maßnahmen wurden in 14 Sprachen übersetzt.

Dass sie auch eingehalten werden wird von der Polizei und von Ordnungsdiensten kontrolliert. So führte die Polizei von 19. bis 25. November 39.911 Kontrollen durch. 336 Anzeigen wurden – vor allem bei Demos – ausgestellt. 5000 Kontrollen täglich bleiben auch weiterhin das Ziel bei der Polizei.

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