Wegen Impfpflicht

Allein in Vorarlberg: 150 Lehrer wollen kündigen

Vorarlberg
30.11.2021 07:00

Eine freie Impfentscheidung fordern Lehrer und Schulleiter aus dem Pflichtschulbereich in ihrem Schreiben an die Vorarlberger Landesregierung und die Zuständigen der Bildungsdirektion. Tritt die Impfpflicht tatsächlich in Kraft, wollen mit 1. Februar 2022 mindestens 150 Lehrer ihren Job an den Nagel hängen oder sich kündigen lassen ...

„Wir sind nicht bereit, unsere Energie und unsere Kräfte in den Dienst eines Landes zu stellen, das die Grundrechte seiner Bevölkerung mit Füßen tritt und ein Drittel davon gegen deren Willen zu einer experimentellen Impfung zwingen will“, heißt es in einem Schreiben.

Dieses Schreiben hatte Willi Witzemann, Vorsitzender der Personalvertreter der Pflichtschullehrer, am Montag an den Landeshauptmann, die Bildungslandesrätin sowie die Bildungsdirektorin übermittelt. Er sei von einer Gruppe darum gebeten worden. Einige Telefonate am Wochenende hätten ihn den Eindruck gewinnen lassen, dass die Kollegen derzeit keine andere Möglichkeit akzeptieren können oder wollen, ließ Witzemann die Empfänger wissen.

Tiefe Gräben, große Verärgerung
In der Tat scheinen die Gräben tief, die Verärgerung über die Politik groß: „Sie lassen es zu, dass ungeimpfte Lehrpersonen als dumm, unsolidarisch, verantwortungslos und als nicht geeignet für den Lehrberuf dargestellt werden“, machen die Impfgegner ihrem Ärger Luft.

Der lautstarke Protest ist Wasser auf die Mühlen von Georg Palm, Parteichef der Freien Bürgerpartei Österreich. Er hat der Gruppe der aufständischen Lehrer bereits seine volle Unterstützung zugesichert. „Sollte die Impfpflicht kommen, wird die Landesregierung die Quittung erhalten, da ein Ausfall von 150 Lehrkräften de facto den Zusammenbruch des Bildungssystems auf manchen Ebenen bedeuten kann“, meint Palm.

Landesrätin: „Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen“
Landesrätin Schöbi-Fink bedauert, dass die Lehrer ihre Kündigung aussprechen möchten. In Anbetracht der aktuellen Personalsituation würden besonders die Kollegen sowie die Kinder darunter leiden. Selbstverständlich liege die Entscheidung bei jedem Einzelnen.

„Ich gebe zu bedenken, dass die genauen Details sowie ein Gesetzesentwurf noch nicht vorliegen. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Impfpflicht nicht an die Ausübung eines bestimmten Berufes geknüpft wird.“ Schöbi-Fink verwies zudem auf eine hohe Durchimpfungsrate (80 Prozent) bei den Pädagogen.

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