30.11.2021 12:00 |

Gefährliche Strecken

Wo es bei uns in Tirol am häufigsten kracht

Mehrere tödliche Unfälle auf der Achenseebundesstraße werfen die Frage auf: Ist das die gefährlichste Strecke des Landes? Nicht nur! Zwei Drittel der Unfälle mit Personenverletzung ereignen sich im Ortsgebiet.

Seit Jahresbeginn kamen in Tirol bei Verkehrsunfällen 27 Menschen ums Leben. Die Opferzahl ist schon jetzt, Ende November, höher als im Gesamtzeitraum des Vorjahres (26).

Bezirk Schwaz vorne
Die höchste Anzahl an Verkehrstoten weist laut Statistik der Polizei-Landesverkehrsabteilung in Tirol der Bezirk Schwaz mit neun auf. Vier Menschen kamen im Bezirk Kufstein ums Leben, jeweils drei in Innsbruck-Land, Imst und Lienz, zwei in Innsbruck bzw. Kitzbühel und einer im Bezirk Reutte.

Von 3300 Unfällen zwei Drittel im Ortsgebiet
Wie Daten der Statistik Austria zeigten, war die Opferzahl 2020 trotz pandemiebedingter Verkehrseinschränkungen nach wie vor hoch: 4040 Menschen wurden verletzt, 26 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, davon acht im Ortsgebiet. Hier ereignen sich über Jahre konstant rund zwei Drittel aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden.

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Zahlreiche Menschen leiden ihr ganzes Leben lang unter den Unfallfolgen. Wir brauchen in Österreich verstärkt unfallvermeidende Maßnahmen.

VCÖ

Temporeduktion im Freiland und in Orten
„Zusätzlich zu den Todesopfern gibt es bei den Verkehrsunfällen jedes Jahr viele Schwerverletzte. Zahlreiche Menschen leiden ihr ganzes Leben lang unter den Unfallfolgen. Wir brauchen in Österreich verstärkt unfallvermeidende Maßnahmen“, stellt der VCÖ fest. Anzusetzen sei vor allem bei der Geschwindigkeit: „Im Vorjahr war in Österreich zu hohes Tempo die häufigste Unfallursache – wie auch für jeden dritten tödlichen Verkehrsunfall.“

Land der Schnellfahrer
Auf Freilandstraßen gelte in 25 der 27 Mitgliedstaaten der EU eine niedrigere Regelgeschwindigkeit als in Österreich. „Tempo 80 statt 100 reduziert die Zahl der schweren Unfälle und rettet Menschenleben“, betont der VCÖ. Gefordert wird Temporeduktion auch in Ortsgebieten: „In Brüssel wurde zu Jahresanfang großflächig Tempo 30 eingeführt, im 1. Halbjahr ging die Zahl der Schwerverletzten um 25% zurück, die Zahl der Verkehrstoten sogar um 41%“, sagt der VCÖ.

Jahr für Jahr Verbesserung
Land Tirol und Polizei ermitteln besonders unfallträchtige Strecken und entschärfen sie durch bauliche Maßnahmen. Einmal jährlich findet unter Leitung der Abteilung Verkehrs- und Seilbahnrecht eine Besprechung mit der Abteilung Straßenbau und den Baubezirksämtern statt, bei welcher auf Basis der polizeilichen Erhebungen des vergangenen Jahres Unfallhäufungsstellen bzw. Gefahrenstellen ausgewertet werden.

Verkehrssicherheit erhöhen
„Nach Erstellung der detaillierten Unfallanalyse werden die ausgewählten Straßenstellen im Zuge von Ortsaugenscheinen bzw. Verhandlungen gemeinsam mit Vertretern von Behörden, der Exekutive, dem Straßenerhalter und einem beauftragten Ingenieurbüro überprüft und entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit festgelegt“, heißt es dazu vonseiten des Landes.

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Nach Erstellung der detaillierten Unfallanalyse werden die ausgewählten Straßenstellen im Zuge von Ortsaugenscheinen bzw. Verhandlungen überprüft und entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit festgelegt.

Land Tirol

Viele Einzelschritte
Die möglichen Maßnahmen sind dabei sehr unterschiedlich und können von Tempobeschränkungen, Überholverboten, sichtbarer Beschilderung oder deutlichen Markierungen bis hin zu baulichen Maßnahmen wie Verkehrsinseln oder die Verbreiterung von Gehsteigen reichen. Zuletzt wurden laut LHStv. Josef Geisler Gailtal-, Lechtal- und Drautalstraße in Angriff genommen.

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