24.11.2021 14:07 |

Warnung vor dem Winter

EU-Behörde empfiehlt Erwachsenen Drittimpfung

Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC empfiehlt nun auch allen Erwachsenen Covid-Auffrischimpfungen. Vorrang hätten dabei Über-40-Jährige, dabei sollten die Booster mindestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen. In Österreich hatte das Nationalen Impfgremium (NIG) bereits am Montag allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung nach vier Monaten möglich gemacht. Empfohlen wird der Drittstich spätestens sechs Monate nach der zweiten Impfung. Europa müsse Immunitätslücken in der erwachsenen Bevölkerung schließen.

Die Empfehlungen der ECDC sind für die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten nicht bindend, werden aber für gesundheitspolitische Entscheidungen herangezogen. In Österreich wurden am Mittwoch 15.365 Corona-Neuinfektionen und 66 Todesfälle verzeichnet, sieben von zehn Österreichern sind zumindest einmal geimpft.

Anwendung nicht-pharmazeutischer Interventionen nötig
Nach Angaben der ECDC mit Sitz in Stockholm steht Europa ohne sofortige Corona-Maßnahmen und höhere Impfzahlen ein schwieriger Winter bevor. Modellierungsszenarien wiesen darauf hin, dass dem Wirtschaftsraum im Dezember und Jänner eine möglicherweise sehr hohe Krankheitsbelastung durch die Delta-Variante drohe - es sei denn, man wende umgehend sogenannte nicht-pharmazeutische Interventionen an. Zu solchen Maßnahmen zählen etwa Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Gleichzeitig müssten mehr Menschen geimpft werden.

Nicht ausreichende Impfzahlen und die weitgehende Maßnahmenlockerung haben laut ECDC dazu beigetragen, dass die Corona-Zahlen im Oktober und Anfang November im Großteil der EWR-Länder angestiegen sind.

Bisher sind demnach 65,4 Prozent der Gesamtbevölkerung und 76,5 Prozent der Erwachsenen im EWR vollständig gegen Covid-19 geimpft worden. Zum Wirtschaftsraum zählen neben der Europäischen Union außerdem noch Norwegen, Island und Liechtenstein.

Derzeitige Gesamtimpfrate unzureichend
Weil die Impfstoffe einen hohen Schutz gegen schwere Krankheitsfolgen bieten, werden Ungeimpfte laut ECDC-Direktorin Andrea Ammon eine große Zahl neuer Krankenhauseinweisungen ausmachen, darunter vor allem Ungeimpfte in Risikogruppen. Die derzeitige Gesamtimpfrate im EWR werde unzureichend sein, um die Belastung durch Corona-Fälle und Einweisungen in den Wintermonaten zu begrenzen. 

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