15.11.2021 08:15 |

307.000 Tote 2019

Saubere Luft würde in Europa etliche Leben retten

Die Luftqualität in Europa wird immer besser - trotzdem fallen jährlich weiterhin Hunderttausende Europäer der Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe zum Opfer - im Jahr 2019 waren es schätzungsweise 307.000 Menschen. Mehr als die Hälfte dieser vorzeitigen Sterbefälle in der EU - etwa 178.000 oder 58 Prozent - hätten verhindert werden können, hätten alle Mitgliedstaaten die neuen Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO eingehalten.

Die WHO hatte ihre empfohlenen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft im September deutlich strenger gefasst. Jedes Jahr sterben nach WHO-Schätzungen weltweit sieben Millionen Menschen frühzeitig infolge von Luftverschmutzung.

Die in Kopenhagen ansässige EU-Umweltagentur EEA unterstrich nun in einer umfassenden Analyse zu den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie 14 weiteren europäischen Ländern, dass die Luftqualität in Europa 2019 besser als 2018 gewesen sei. Dies habe auch weniger negative gesundheitliche Folgen für die Europäer nach sich gezogen.

Todesfälle um ein Drittel reduziert
Die EU-Kommission hat im Rahmen ihres sogenannten European Green Deal das Ziel ausgegeben, die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch die Belastung mit Feinstaub bis 2030 um mehr als 55 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 zu senken. Nach EEA-Angaben ist die EU dabei derzeit auf einem guten Weg: Diese Zahl sei zwischen 2005 und 2019 um etwa ein Drittel reduziert worden.

Fakten

Luftverschmutzung durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon ist nach EEA-Angaben die größte von der Umwelt ausgehende Gefahr für die Gesundheit in Europa und eine der Hauptursachen für frühzeitige Sterbefälle und Erkrankungen. Herzerkrankungen und Schlaganfälle sind dabei die häufigsten Ursachen für vorzeitige Todesfälle, gefolgt von Lungenerkrankungen und -krebs.

Das bedeutet jedoch bei Weitem nicht, dass der Kampf gegen die Luftverschmutzung gewonnen ist: Wie aus der jährlich veröffentlichten Analyse hervorgeht, sind neben den 307.000 vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Feinstaub 40.400 weitere auf chronische Belastung mit Stickstoffdioxid sowie 16.800 mit bodennahem Ozon zurückzuführen.

Erst im September hatte die Umweltagentur gewarnt, dass die Menschen in weiten Teilen der EU noch immer zu viele Schadstoffe einatmeten. Die Konzentration von Luftschadstoffen sei in den meisten Staaten weiter zu hoch, hatte die Behörde damals mitgeteilt. Die meisten EU-Länder überschritten 2019 mindestens einen der gesetzlichen Grenzwerte.

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