Ärger am Geburtstag

Ruttensteiner: „So kann man nicht Fußball spielen“

Es war kein angenehmer Geburtstag für Willi Ruttensteiner. Israels Teamchef war am Freitag nicht nur über die 2:4-Niederlage seines Teams in Klagenfurt gegen Österreich enttäuscht, sondern vor allem über die Art und Weise, wie seine Mannschaft das Spiel nach zweimaliger Führung aus der Hand gegeben hat. „Wir müssen unsere Fehler abstellen, weil so kann man nicht Fußball spielen, wie wir das gemacht haben in der zweiten Hälfte.“

Wie es mit dem mittlerweile 59-jährigen Oberösterreicher nach Abschluss der WM-Qualifikation weitergeht, ist damit mehr denn je offen. In Israel mehrt sich die Kritik. Ruttensteiner suchte selbst nach Erklärungen für die teils haarsträubenden Aktionen seines Teams. Man habe Österreichs Spieler förmlich zum Toreschießen eingeladen. Dann habe man auch deren Qualität gesehen. „Wenn sie so eingeladen werden, nützen sie das auch.“

Österreichs 4:2-Erfolg sei letztlich sehr verdient gewesen. „In der zweiten Hälfte waren wir zu schwach, das hat die österreichische Mannschaft irrsinnig stark gemacht. “ Die Leistung des ÖFB-Teams sei für ihn daher schwer einzuschätzen. „Auf jeden Fall hat es genügt für Israel“, sagte Ruttensteiner. „Die Enttäuschung ist schon groß, dass wir das Spiel so aus der Hand gegeben haben. Das waren zu viele Fehler, wir haben völlig den Spielfluss verloren.“

Noch auf Platz drei
Die Israelis liegen in der Gruppe allerdings immer noch auf Platz drei, dem ersten Ehrenplatz hinter Dänemark und Schottland. Die Österreicher müssten zum Abschluss am Montag (20.45 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) in Klagenfurt gegen Moldau um drei Tore höher gewinnen als Israel zeitgleich in Netanya gegen die Färöer, um noch an ihnen vorbeizuziehen. Ruttensteiner: „Wenn vor der Qualifikation jemand gesagt hätte, ein dritter Platz wäre möglich, hätte ich gesagt: ein schöner Erfolg.“

Es schien allerdings mehr möglich, wären da nicht die defensiven Unzulänglichkeiten. 19 Gegentore haben die Israelis in neun Quali-Spielen kassiert. Schon beim umjubelten 5:2-Heimsieg gegen Österreich im September hatten sie eine Vielzahl von Torchancen zugelassen. „Wir haben viel an der Verteidigung gearbeitet, um die Fehler abzustellen“, erklärte Ruttensteiner. Es gelang auch in Klagenfurt nicht.

Presse übt Kritik
Israels Presse antwortete mit Kritik. „Wie in Ruttensteiners gesamter Amtszeit hat das schwache Defensivspiel einen Schatten über seine Arbeit geworfen“, meinte die Zeitung „Haaretz“, um am Samstag noch nachzulegen: „Israel braucht einen Fußball-Installateur, aber Willi Ruttensteiner will seine Hände nicht schmutzig machen.“ Die Auswahl würde jemanden benötigen, der ein Problem erkennen könne und versuche dieses zu lösen „bevor das Wasser das ganze Haus überflutet“.

Zukunft ungewiss
Ruttensteiners Vertrag läuft noch bis Mai. Ob der frühere ÖFB-Sportdirektor in Israel weitermacht, will er mit dem Verband aber bereits bis Jahresende klären. Der Oberösterreicher hatte im Sommer 2018, ein Dreivierteljahr nach seinem Aus beim ÖFB, vorerst als Technischer Direktor bei den Israelis angeheuert, trat zwei Jahre später aber selbst die Nachfolge von Andreas Herzog als Teamchef an.

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