14.11.2021 09:00 |

Reif für die Insel

Zypern: Göttliche Oase mit unbekannten Seiten

Spontan eine Auszeit gefällig? Eine göttliche Oase im Mittelmeer wartet nur darauf, dass ihre eher unbekannten Seiten endlich entdeckt werden.

Umwerfend ist die Ausstrahlung, welche Zypern für Sonnenanbeter hat. „42 Grad hat es heute“, teilte der freundliche Taxifahrer nach der Landung in Larnaka Ende Juli mit. Am Abend beim köstlichen Essen im Restaurant auf dem Pier im Hafen von Limassol zeigte die Handy-Wetter-App noch 32 Grad Celsius an. Erholung am Strand war angesagt.

Der Hochsommer ist vorbei. Doch während in Europa der November meist trüb, kalt und ungemütlich ist, präsentiert sich Zypern von einer etwas verborgenen Seite. Bei angenehmen Temperaturen um 20 Grad kommen unternehmungsfreudige Touristen jetzt auf Touren. „Mit bis zu 340 Sonnentagen im Jahr zählen wir zu den sonnenreichsten Ländern auf der ganzen Welt. Sogar von Dezember bis März werden wir mit 16 Grad verwöhnt“, sagt Reisebegleiter Christodoulos Papachristodoulou. Große Anziehungskraft üben derzeit Wanderpfade, Geschichte, Kultur und Kulinarik aus.

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Mit bis zu 340 Sonnentagen im Jahr zählen wir zu den sonnenreichsten Ländern auf der ganzen Welt.

Christodoulos Papachristodoulou

Schauplätze voller Charme und Mythen
Grüner als andere Regionen leuchtet die Landschaft rund um den 6000-Einwohner-Ort Pafos. „Hier im Westen regnet es mehr als in anderen Teilen unserer Insel“, weiß Papachristodoulou. Er ist dort aufgewachsen. Nahe seinem idyllischen Heimatstädtchen soll Aphrodite dem Meer entstiegen sein. An der mystischen Stelle ragt ein Felsen empor, halb im Wasser, halb auf dem Strand. Pétra tou Romioú galt schon vor Jahrtausenden als ein faszinierendes Stück Erde, das göttliche Magie versprüht. Reges Treiben herrscht in der Gegenwart in Vollmondnächten. Dreimal umrunden junge Paare den verheißungsvollen Gesteinsbrocken, um mit ewiger Liebe belohnt zu werden, wie die Zyprer sagen. „Ein beliebter Ort zum Heiraten“, verrät eine Frau aus Limassol. Mit 120 Hochzeitseinladungen wäre sie nicht durchgekommen: „3000 Gäste waren bei meiner Feier, die ganze Familie, jede Cousine aus zweiter bis vierter Linie, alle aus dem Heimatort, und alle, nämlich wirklich alle Kollegen.“

Adonis-Weg zum Bad der Liebesgöttin
Aphrodite Leute von Limassol werden als lebensfroh und kontaktfreudig beschrieben. Sie gehen oft aus, treffen gerne Freunde so wie beim Weinfestival und dem Karneval. Im Westen der Stadt, in Zyperns wichtigstem Weinanbaugebiet, erhebt sich die Burg Kolossi. Die aus dem Königreich Jerusalem verbannten Johanniter-Kreuzritter zogen sich anno 1291 in die Festung zurück. Ins antike Zypern führt ein Besuch der archäologischen Ausgrabungen im Stadtkönigreich Kourion mit stattlichen Villen, beeindruckenden Bodenmosaiken und einem Amphitheater. Das Bad der Aphrodite, ein kleiner, bewachsener Pool, umrahmt von Klippen, ist im westlichsten Zipfel der „Insel der Götter“ zu finden. Aus der Zeit der britischen Kolonie ist der Linksverkehr geblieben.

Museum für Unterwasserskulpturen
Ganz dem maritimen Erbe widmet sich das Museum Thalassa in Ayia Napa. Die jüngste Attraktion ist Musan, ein Museum für Unterwasserskulpturen, das in zehn Meter Tiefe knapp vor der Küste im Meer liegt und im Sommer erst eröffnet wurde. Bei dem Ein-Millionen-Euro-Projekt hat Künstler Jason deCaires Taylor vorerst 93 Figuren aus PH-neutralem Beton und anderen umweltverträglichen Materialien kreiert, alles zusammen 250 Tonnen schwer. Das Museum für Taucher und Schnorchler, das einem Wald gleicht, soll zum Nachdenken anregen, wie wir unseren Planeten retten können.

Fakten

  • Fit durch den Winter Zypern, die drittgrößte Insel im Mittelmeer nach Sizilien und Sardinien, erobert immer mehr Urlauberherzen als abwechslungsreiche Wanderdestination. Auch für Radfahrer, Laufsportler, Golfer gibt es viel zu entdecken. Nicht zu vergessen die lange Badesaison von Mai bis Ende November!
  • Büro des Zypern Tourismus in Frankfurt: info@zyperntourismus.de, kostenlose Hotline für Anrufe aus Österreich: 0800/808013; mehr Infos unter www.visitcyprus.com

Hoch hinaus geht es im Troodos-Gebirge mit Wanderschuhen, auf einem Mountainbike oder im Frühjahr sogar mit Skiern. „Hartgesottene Sportler können über die Piste wedeln und wenig später in den Meereswellen schwimmen“, heißt es.

Alle, die den Badeurlaub auf Zypern vermissen, kann Ayia Napas Bürgermeister Christos Zannettou nur beruhigen: „Der nächste Sommer kommt bestimmt.“

Karl Grammer
Karl Grammer
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