20.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Droht Orbán ein „Stalingrad“?

Einen Orbán kann man nur mit seinen eigenen Waffen schlagen. Deshalb ist jener Mann, den das halbe Dutzend Oppositionsparteien nunmehr als den gemeinsamen Herausforderer aufgestellt hat, auch der richtige Mann: Péter Márki-Zay, Bürgermeister der Provinzstadt (Achtung: Zungenbrecher!) Hódmezövásárhely, parteilos, konservativ, erzkatholisch und dem Populismus nicht abgeneigt. Dennoch ist er kein Provinzler. Márki-Zay lebte auch einige Jahre als Geschäftsmann in Kanada.

Eines hatte ihn zum Helden gemacht: Bei der Kommunalwahl schlug er den Orbán-Bonzen in dessen Hochburg.

Es bedurfte erst dieses Weckrufs („Orbáns Stalingrad“), dass Ungarns chronisch zerstrittene Opposition ein Experiment wagte: Sie organisierte eine landesweite Vorwahl für einen gemeinsamen Führer. Und, wichtig: In jedem Wahlkreis wird der Politiker jener Partei als der gemeinsame Kandidat aufgestellt, der dort die meisten Vorwahlstimmen erhalten hat.

Werden die Oppositionswähler wirklich an einem Strang ziehen? Die Vorwahlen hatten alle Erwartungen übertroffen. Falls dann die Parlamentswahlen korrekt verlaufen, hat die Opposition erstmals echte Chancen. Dass die Wahlen auch fair verlaufen, erwartet ohnehin niemand, denn Orbáns Regierung(spartei) verfügt nicht nur über 55 Zeitungen und die totale TV-Hegemonie, sondern auch über die israelische Spionage-Software „Pegasus“, mit welcher Gegner überwacht werden.

Kurt Seinitz
Kurt Seinitz
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