18.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Höhere Gewalt

„Nein, bitte, nur das nicht.“ So, oder so ähnlich lautet meist die Reaktion, wenn ein politisches Gespräch dieser Tage unweigerlich beim Thema Neuwahlen angelangt ist. Die Österreicherinnen und Österreicher haben in den vergangenen Jahren tatsächlich oft ihre Stimme abgegeben. Nationalratswahlen 2017 und 2019, die Entscheidung der Bundespräsidentenwahl im Jahr 2016 musste wiederholt werden, es folgten eine Europawahl sowie zahlreiche Landtags- und Gemeinderatswahlen.

Nicht nur die Bevölkerung hat kein gesteigertes Interesse daran, schon wieder einen Wahlkampf zu erleben, auch die Parteien, deren Kassen allesamt leer sind, wollen jetzt nicht schon auf teuren Stimmenfang gehen. Die ÖVP weiß derzeit sowieso nicht, wie es weitergeht - die gesamte Partei ist beschuldigt, gut informierte Kreise gehen davon aus, dass bereits jemand ausgepackt hat. Die SPÖ hat mit dem Feuer, in diesem Fall mit FPÖ-Chef Herbert Kickl, gespielt und sich dabei die Finger verbrannt. Der Flirt mit den Freiheitlichen, um Sebastian Kurz loszuwerden, ist nicht gut angekommen. Die Blauen wiederum haben sich zwar in den Umfragen erfangen, aber sie müssen bei einer Wahl das bundesweite Antreten der Impfgegner-Partei, die ihnen einige Prozent wegschnappen dürfte, fürchten.

Doch auch wenn niemand Neuwahlen will, könnten diese bald kommen. Als politische Notwendigkeit oder auch als höhere Gewalt, wenn zwischen den verfeindeten Partnern Türkis und Grün rein gar nichts mehr geht.

Doris Vettermann
Doris Vettermann
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 29. November 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)