12.10.2021 06:02 |

Causa Commerzialbank

Die Genossenschafter werden wohl zahlen müssen

Zur Kasse gebeten werden die Genossenschafter der Commerzialbank. Sie sollen - wie berichtet - eine Nachzahlung entsprechend ihres Genossenschaftsanteils leisten. Rund 300 Betroffene brachten dagegen einen Einspruch, eine so genannte Erinnerung, ein. Am Montag gab es die erste Tagsatzung am Landesgericht.

Für die meisten Betroffenen brachte der Tag nicht das erhoffte Ergebnis. „Ein Kasperltheater“, stürmt eine Frau aus dem Verhandlungssaal. Wie viele andere glaubt sie nicht, jemals einen Genossenschaftsanteil gezeichnet zu haben und hat Einspruch erhoben. Zum Zeitpunkt der ersten Unterschrift sei sie nicht volljährig gewesen, sagt sie. Ihre Vermutung: Die Unterschrift wurde hineinkopiert.

Wer nicht zahlen will, braucht Gutachten
Ein Verdacht, den auch andere haben. Den ersten Anteil habe er gezeichnet, weil er einen Kredit aufgenommen hatte, erzählt ein Mann. Dass er sechs Tage danach weitere Anteile übernommen haben soll, daran kann er sich nicht erinnern. Skurril: Karl Strommer aus Bad Sauerbrunn war nie Kunde bei der Commerzialbank. Dennoch soll er einen Nachschuss leisten. Der Genossenschafts-Vertrag stammt aus Raiffeisen-Zeiten. Er wird wohl zahlen, denn wer Zweifel an der Authentizität der Unterschrift hat, muss ein grafologisches Gutachten liefern - auf eigene Kosten. In den meisten Fällen würde das mehr kosten, als die Nachzahlung. „Das ist eine Farce. Wer leistet sich ein grafologisches Gutachten“, fragt eine Frau empört.

„Habe kein Vertrauen zu Pucher“
Nur 33 Betroffene waren persönlich zur Tagsatzung in Eisenstadt erschienen, in Summe ging es um 50 Erinnerungen. Andere, wie Josef Graf aus Stöttera, haben schon gezahlt und waren nur Zuseher. 7,27 Euro beträgt der Anteil, den er von seinem Vater geerbet hat. „Um das Geld hat es keinen Sinn zu streiten“, sagt Graf. Er selbst war nie Commerzialbankkunde. Er habe kein Vertrauen zu Pucher und der Bank gehabt, meint er.

Manche haben Glück
Für eine Handvoll Betroffene war die Tagsatzung erfolgreich. Josef W. aus Hirm muss nicht zahlen, weil die Daten am Vertrag falsch waren. Auch eine Frau aus Loipersbach hatte Glück. Auf dem Schriftstück zum Anteil fehlten Datum und Unterschrift. Andere sind sauer: „Wenn dem Masseverwalter Geld übrig bleibt, soll er Pucher und K. einen Geschenkkorb von uns schicken“, meint ein Mann verbittert.

Christoph Miehl
Christoph Miehl
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