Osteoporose

Lungenleiden lassen Knochen brechen

Lungenfachärzte appellieren, dass Patienten - sowohl Frauen als auch Männer - unbedingt frühzeitig auf ein mögliches erhöhtes Osteoporoserisiko aufmerksam gemacht und Vorsorgemaßnahmen getroffen werden müssen.

„Bei schweren Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma, welche die häufigsten obstruktiven (die Atemwege verengend) Atemwegserkrankungen überhaupt darstellen, aber auch bei selteneren, bestimmten Lungenerkrankungen und cystischer Fibrose kommen meist gleich mehrere Faktoren zusammen, die das Risiko für den krankhaften Knochenabbau deutlich erhöhen“, erläuterte der Internist, Lungenfacharzt und Intensivmediziner Priv.-Doz. Dr. Georg-Christian Funk, Leiter der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie mit Ambulanz, Klinik Ottakring in Wien, im Rahmen 45. Jahrestagung der österreichischen Gesellschaft für Pneumologie.

Einerseits sind es die Erkrankungen selbst, die auf verschiedene Art und Weise in den Knochenstoffwechsel „eingreifen“ und zu einer Veränderung in seiner Mikroarchitektur führen können. In erster Linie ist das die krankheitstypische, generelle Entzündungssituation, die nicht nur die Atemwege, sondern den gesamten Körper betrifft. Dr. Funk: „Es handelt sich um ein sehr komplexes Zusammenspiel. Außerdem sind die Mechanismen auch nicht in allen Fällen bis ins letzte Detail geklärt. Vereinfacht: Die durch die Lungenerkrankung bedingte chronische Entzündung, die den gesamten Körper in Mitleidenschaft zieht, aber auch Hypoxämie (krankheitsbedingte Sauerstoffunterversorgung des Blutes) sowie Veränderungen im Stoffwechsel, können zu Problemen in der Struktur des Knochens führen. Zusätzlich spielt krankheitsbedingte Mangelernährung, wie z.B. bei cystischer Fibrose oder COPD, Vitamin-D-Mangel eine Rolle. Außerdem kommen Lebensstilfaktoren wie körperliche Inaktivität hinzu - wer nur schlecht Luft bekommt, bewegt sich nicht gerne. All das sind Risikofaktoren für Osteoporose und erhöhtes Knochenbruchrisiko.“

Viele chronische Lungenerkrankungen werden außerdem zum Teil langjährig mit Kortison-Präparaten behandelt. Unbestritten ist, dass orale Glukokortikoide zu einem erhöhten Osteoporoserisiko führen. Daher wird die langfristige Anwendung in der Pneumologie nach Möglichkeit ganz vermieden bzw. die niedrigste mögliche Dosis für die kürzestmögliche Dauer gewählt. 

Wie kann man Osteoporose vorbeugen? Dr. Funk: „Gute Versorgung mit Vitamin D ist eine wichtige Voraussetzung für die Knochengesundheit. Auch eine ausreichende Kalziumzufuhr ist sicherzustellen.“ Ein regelmäßiges Bewegungsprogramm, das auch mit der Erkrankung gut umgesetzt werden kann, sollte unbedingt in den Alltag integriert werden.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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Dienstag, 26. Oktober 2021
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