Ungewöhnliche Methoden

Whisky als Mutmacher für Steyrer Fußballer

Vor heutigem Zweitliga-Spiel in Kapfenberg gesteht Vorwärts-Trainer Daniel Madlener, zuletzt zu sehr ungewöhnlichen Methoden gegriffen zu haben, die der 57-Jährige aber mit gutem Gewissen rechtfertigt.

„Krone“:Herr Madlener, Sie sind ja durchaus für ungewöhnliche Methoden bekannt. Aber dass Sie zuletzt eine taktische Aufstellung mit elf brennenden Kerzen dargestellt haben und Spielern vorm 1:2 am Samstag gegen Lustenau Whisky verabreicht haben, klingt doch fast schon bizarr.
Daniel Madlener: Nein, so war das nicht!

Wie dann?
Eigentlich ging es darum, Mut zu fassen und der Angst keinen Platz mehr zu lassen!

Dazu braucht man Kerzen und Whisky?
Wieso, ist das so wichtig?

Weil das – bitte verzeihen Sie – völlig verrückt klingt!
Es geht dabei, eine bildhafte Sprache zu finden und die Spieler auch teils herauszufordern. Ich hab’ dazu unterschiedlichste Ideen, um auf die Psyche einzuwirken und verschiedenste Sinne zu erreichen. Das können sehr ungewöhnliche Sachen sein, die aus dem Kontext gerissen, verrückt klingen, im Zusammenhang gesehen aber Sinn machen. Ich weiß, dass das sehr viel bewirkt kann.

Nennen Sie ein Beispiel?
Dienstag lagen wir im Cup gegen Ried mit 0:3 zurück, haben aber trotzdem weiter nach vorne gespielt – dagegen hätten wir uns vor Wochen noch ergeben. Das zeigt, dass ich Einstellungen und Verhalten verändern kann – ich weiß auch, dass ich Spieler besser machen kann.

In dem Sie ihnen – wie vorm Lustenau-Spiel – einen Whisky kippen lassen!
Ich bin überrascht, dass das an die Öffentlichkeit gelang ist, hab’ damit aber kein Problem! Wie erwähnt, geht es mir darum, Mindsets und Gedanken zu verändern. Das mögen für Außenstehende verrückte Methoden sein, für mich und die Spieler ist das immer nachvollziehbar, weil alles einen klaren Aufbau mit einem konkreten Ziel hat und es darum geht, Grenzen im Kopf zu verschieben, sich trauen, größer zu denken. Ich vergleiche es mit einer Tasse Kaffee – gibt man nur einen Tropfen Wasser dazu, verändert sich nicht viel – es muss mehr sein.

Zum Beispiel Alkohol!
Nein! Das mit dem Whisky kommt aus England und haben dort alle Spitzenteams gemacht – es war gang und gäbe, um eine gewisse Nervosität und Anspannung zu nehmen. Außerdem war das bei uns eine einmalige Geschichte. Eine Geste zur Beruhigung, um befreiter aufzuspielen. Wie im Training, wo uns bereits vieles besser als im Match gelingt.

Georg Leblhuber
Georg Leblhuber
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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