16.09.2021 16:30 |

Knappe Ressourcen

„Im Herbst wird sich der Druck noch verstärken“

Rohstoffmangel und die Halbleiterkrise machen der Vorarlberger Wirtschaft derzeit zu schaffen. Mehr als 500 Mitarbeiter des Dornbirner Leuchtenkonzerns sind deshalb für Anfang Oktober zur Kurzarbeit angemeldet. Vorarlbergs IV-Chef Martin Ohneberg befürchtet, dass der Druck im Herbst nochmals zunimmt.

„Es ist nicht unrealistisch, dass weitere Vorarlberger Betriebe wegen Rohstoffmangels auf Kurzarbeit umschwenken müssen“ befürchtet Martin Ohneberg. In jüngster Zeit ist die Nachfrage im Bereich Elektronik exponentiell gestiegen. Die Halbleiterbranche kam mit den Lieferungen von Chips und Wafern nicht mehr hinterher. „Das triff - ähnlich wie bei Zumtobel - auch die Automobilbranche“, weiß der IV-Chef und CEO des Automobilzulieferers Henn aus eigener Erfahrung. Erschwerend hinzu kämen dann noch Verwerfungen in der Logistikbranche oder pandemiebedingte Betriebsschließungen.

Keine schnelle Lösung in Sicht
Ein Patentrezept, wie die Vorarlberger Betriebe ihre Produktion wieder auf Schiene bringen oder halten können, sieht er nicht. Infineon eröffne zwar am Freitag ein neues Werk in Villach, die Fehler vergangener Jahr oder gar Jahrzehnte seien nicht so schnell auszumerzen. „In wichtigen Zukunftsbereichen ist Europa zu stark von anderen Kontinenten abhängig. Es rächt sich die fehlende Strategie“, meint Ohneberg.

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In wichtigen Zukunftsbereichen ist Europa zu stark von anderen Kontinenten abhängig. Es rächt sich die fehlende Strategie

Martin Ohneberg, CEO und Chef der Vorarlberger Industriellenvereinigung

Während der Pandemie habe sich das im Bereich Pharmaindustrie gezeigt, aber auch im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz hinke Europa weit hinter Asien und den USA her.

Vorsichtsmaßnahme
Was den Dornbirner Leuchtenhersteller angeht, sind die Mitarbeiter der Tochter Tridonic bereits seit August in Kurzarbeit. Für 1. Oktober hat Zumtobel mehr als 500 Angestellte zur Kurzarbeit angemeldet. Sind die benötigen Rohstoffe wieder verfügbar, werde der Normalbetrieb umgehend wieder aufgenommen, hieß es seitens des Konzerns. Die maximal auf sechs Monate angesetzte Kurzarbeit sei mit Vertretern des Betriebsrats, der Gewerkschaft und dem AMS akkordiert worden und eine reine Vorsichtsmaßnahme. So könnten die Betroffenen auch kurzfristig wieder zur Arbeit einbestellt werden.

Sonja Schlingensiepen
Sonja Schlingensiepen
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