09.09.2021 10:01 |

Impfkoordinatorin:

„Geimpfte sind noch nicht aus dem Schneider“

Ab 15. September wird wieder eine FFP2-Maskenpflicht im Handel eingeführt - allerdings nur für Ungeimpfte. Die Branche sowie auch die Polizeigewerkschaft stellten inzwischen klar, dass man diese Maßnahme nicht flächendeckend kontrollieren könne und wolle. Impfkoordinatorin Katharina Reich meinte nun, intensive Kontrollen seien gar nicht nötig - und warnte Geimpfte davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Sie seien „noch nicht aus dem Schneider“.

Dass es keine einheitliche Pflicht für alle zur FFP2-Maske gebe, sei das „Ergebnis von Verhandlungen, eine politische Entscheidung“, bedauerte Chief Medical Officer Reich im Ö1-„Morgenjournal“. Dieses Ergebnis sei das kleinste gemeinsame Vielfache. „In Wahrheit muss ich fragen: Brauchen wir für alles eine Verordnung? Können wir nicht Dinge, die gescheit, richtig und wichtig sind, einfach so machen, ohne dass wir eine Verordnung dafür brauchen?

Polizeigewerkschaft: „Kontrollen nicht die Aufgabe eines Polizisten“
Der Handel teilte bereits mit, dass er keine Kontrollen durchführen wolle. „Es ist unmöglich. Wenn die Exekutive Stichproben vornehmen möchte, soll sie das machen, aber wir können nicht damit dienen,“ so Rainer Will vom Handelsverband im „Morgenjournal“. Doch auch die Polizei fühlt sich nicht zuständig: „Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe eines Polizisten ist, in Geschäften [...] zu schauen, wer Maske trägt oder nicht. Das wollen wir nicht, das können wir nicht mehr“, so Polizeigewerkschafter Hermann Greilinger in der „ZiB 2“ am Mittwochabend. Die Polizei habe schließlich genug andere Aufgaben.

Das sei auch vonseiten der Regierung nicht vorgesehen, erklärte Reich: „Es geht nicht darum, dass wir lückenlos im Handel bei allen möglichen Eintritten Kontrollsheriffs aufstellen.“ Es gehe vielmehr darum, dass die Menschen wissen, dass es Stichprobenkontrollen geben kann „und dann eine entsprechende Maßnahme kommt, sollte die Vorschrift nicht eingehalten werden“.

Reich: „Masken sind das niederschwelligste, einfachste, billigste Mittel“
„Masken sind das niederschwelligste, einfachste, billigste Mittel, um sich nicht anzustecken“, stellt die Beamtin klar. Sie appellierte auch an Geimpfte, aufzupassen: Bei der derzeitigen Durchimpfungsrate seien auch diese „nicht aus dem Schneider“. Auch könnten sie das Virus an Menschen ohne Schutz weitergeben. Sie empfiehlt eine „Maskenpflicht für alle“. FFP2 sei zu bevorzugen, weil dies eine stabile Maske sei, die gut und lückenlos sitze.

Die Wellen sollen möglichst flach gehalten werden, um eine Spitalsüberlastung zu vermeiden. „Wenn wir sehen, dass es zu wenig ist - und das können wir relativ bald sehen -, dann muss man über Nachschärfungen sprechen“, warnt Reich.

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