Einseitiger Erlass

Bayern-Alleingang belastet Innviertel mit Verkehr

Ziel des Bürgermeisters von Burghausen (Bayern) war es, mit einer Einbahn-Verordnung auf der Alten Salzachbrücke eine Verkehrsberuhigung für seinen historischen Stadtplatz zu bewirken. Das ist ihm gelungen, allerdings zu Lasten der Anrainer auf Innviertler Seite. Die hoffen weiter auf einen akzeptablen Kompromiss, wollen am 24. September demonstrieren.

Die Städte Burghausen und Hochburg-Ach sind räumlich nur durch die Salzach getrennt. Es liegen zwar auch Staatsgrenzen dazwischen, doch in den Köpfen der Bevölkerung spielen diese seit dem EU-Beitritt keine Rolle mehr. Ein Großteil der Menschen wohnt entweder hüben und arbeitet drüben – oder umgekehrt. Und auch bei den privaten Beziehungen sind bayrisch-innviertlerische Liebeleien völlig normal und deutsch-österreichische Hochzeiten keine Seltenheit.

Enorme Zusatzbelastung
Dieses Gefühl inniger Gemeinsamkeit bekam Anfang des Jahres aber Risse, als Burghausens Stadtchef Florian Schneider auf der Alten Brücke im Alleingang eine provisorische Einbahn-Regelung anordnete, die vor allem für Anrainer und Pendler auf der Innviertler Seite eine enorme Zusatzbelastung bedeutet. Denn wer nach Österreich will, muss nun einen vier Kilometer langen Umweg über die Neue Brücke nehmen. Das führt auf den betroffenen Straßen seither zu einer starken Zunahme an Lärm, Feinstaub und Sicherheitsrisiken.

Ums Achtfache gestiegen
„Die Verkehrsbelastung ist für uns um das Achtfache gestiegen“, stöhnt Anrainerin Heidi Geßl (59) aus Hochburg-Ach, die jedes Mal Ängste aussteht, wenn sie Enkel Benjamin (4) zu Fuß vom 800 Meter entfernten Kindergarten abholt. „Die betroffenen Straßen sind für den starken Verkehr nicht ausgelegt“, bestätigt Bürgermeister Martin Zimmer, der noch auf eine Lösung hofft. Rechtlich hat er keine Möglichkeit. Am 24. September wollen Anrainer bei der Neuen Brücke demonstrieren.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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Sonntag, 19. September 2021
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