Proteste in Hanappi

Pacult will “nicht alle Fans über einen Kamm scheren”

Fußball
07.03.2011 10:32
Bei Rapid war am Sonntag nach dem 2:0 über Ried kollektives Aufatmen angesagt. Durch den Heimsieg gegen den mittlerweile auf Rang vier zurückgerutschten Winterkönig wahrten die Hütteldorfer den Anschluss an die internationalen Startplätze und nahmen den Fan-Protesten zumindest vorerst den Wind aus den Segeln. Trainer Peter Pacult nahm die teils heftige Kritik gelassen hin: "Ich stehe in der Verantwortung, ich muss elf Spieler aufstellen. Der eine wird das gutheißen, der andere nicht. Alle Fans über einen Kamm zu scheren, wäre nicht richtig."

Der Coach weiß aber, dass die Wogen nach dem Erfolg über die Innviertler nicht wirklich geglättet sind. "Am Dienstag in Mattersburg haben wir ein irreguläres Spiel verloren, dadurch ist eine Unruhe entstanden. Die ist noch immer da, weil keiner mit dem Tabellenrang zufrieden ist."

Vor dem Anpfiff und während des Ried-Spiels hatten die Anhänger auf der West- und Osttribüne mit Transparenten und Sprechchören vor allem gegen Sportdirektor Alfred Hörtnagl, aber auch gegen General Manager Werner Kuhn und Trainer Peter Pacult agitiert. 

Salihi beruhigt die Gemüter
Nach dem Schlusspfiff wirkten selbst die missmutigsten Anhänger wieder halbwegs versöhnt - vor allem dank Hamdi Salihi. Der Albaner sorgte mit seinem Doppelpack fast im Alleingang für den verdienten Erfolg, und das in seiner ersten Frühjahrs-Partie von Beginn an. "Bei so einem großen Kader wie bei uns kann man dem Trainer nicht böse sein, wenn man einmal ein, zwei Wochen nicht von Anfang an spielt. Wichtig ist, immer bereit zu sein und das Selbstvertrauen nicht zu verlieren", meinte der Goalgetter.

Mit nunmehr zwölf Treffern ist Salihi der mit Abstand erfolgreichste Torschütze Rapids, dennoch lässt ihn Pacult oft auf der Bank schmoren. "Ich sehe gewisse Dinge anders. Man schaut halt oft auf die Torschützenliste, aber ich muss mir als Trainer Gedanken machen, was am besten zusammenpasst", lautete Pacults Erklärung für das oftmalige Reservistendasein des 27-Jährigen.

"Er weiß, wo das Tor steht"
Der Coach bemängelte an Salihi in der Vergangenheit immer wieder dessen mangelnde Robustheit in Zweikämpfen und fehlende Defensivarbeit. Nach dem Ried-Match aber hatte Pacult an seinem Stürmer nichts auszusetzen. "Er weiß, wo das Tor steht, und hat immer das Näschen für gefährliche Situationen."

Seinen Startplatz für das Derby am Sonntag gegen die Austria dürfte sich Salihi gesichert haben, dafür müssen zwei Rapid-Stammspieler das Duell mit dem Erzrivalen von der Tribüne aus verfolgen. Markus Heikkinen und Tanju Kayhan sind nach ihrer jeweils fünften Gelben Karte für das Match im Horr-Stadion gesperrt. Pacult, der gegen Ried kurzfristig auf Veli Kavlak (Knieprobleme) und Yasin Pehlivan (erkrankt) hatte verzichten müssen, lässt sich vom Ausfall der beiden Defensivspieler nicht aus der Ruhe bringen. "Ich kann nichts mehr daran ändern. Dann spielen halt zwei andere." 

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