Kanzlerin in den USA

Bush: Merkel hat „das Beste für Deutschland“ getan

Ausland
14.07.2021 11:04

Vor dem Abschiedsbesuch der deutschen Bundeskanzlerin in Washington hat der frühere US-Präsident George W. Bush die fast 16-jährige Amtszeit von Angela Merkel gewürdigt. „Merkel hat Klasse und Würde in eine sehr wichtige Position gebracht und sehr schwierige Entscheidungen getroffen. Sie hat das getan, was das Beste für Deutschland ist, und sie hat es aus Prinzip getan“, sagte Bush, der von 2001 bis 2009 regierte. 

Merkel wird am Donnerstag von US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen. In einem Interview mit der Deutschen Welle nannte Bush die Kanzlerin „eine mitfühlende Führungspersönlichkeit, eine Frau, die keine Angst hat zu führen“. Merkel habe es geschafft, „in einem ziemlich harten politischen Umfeld zu überleben“. Der Ex-Präsident beschrieb die scheidende Bundeskanzlerin als „eine sehr nachdenkliche, freundliche Person“. 

2013: Der damalige US-Vizepräsident Joe Biden auf Besuch bei Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel in Berlin (Bild: The Associated Press)
2013: Der damalige US-Vizepräsident Joe Biden auf Besuch bei Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel in Berlin

Biden ist der vierte US-Präsident in Merkels Amtszeit
Mehr als 20 Mal ist Merkel in ihrer Zeit als Kanzlerin über den Atlantik in die Vereinigten Staaten geflogen. Biden ist bereits der vierte US-Präsident, den sie in ihren bald 16 Amtsjahren erlebt hat. Es dürfte Merkels Abschiedsbesuch als deutsche Kanzlerin in Washington sein, denn bei der Bundestagswahl Ende September tritt die 66-Jährige nicht mehr an.

Deutsch-amerikanischer Neuanfang nach schwierigen Trump-Jahren
Der Blick von Merkel und Biden dürfte nach vorne gerichtet und optimistisch sein, wenn die Kanzlerin zum ersten Mal seit drei Jahren wieder im Weißen Haus empfangen wird. Nach den schwierigen Jahren mit Biden-Vorgänger Donald Trump soll der Besuch einen deutsch-amerikanischen Neuanfang markieren, selbst wenn der Umgang mit manch schwierigem Thema auch mit Biden nicht wirklich leichter geworden ist: etwa der Umgang mit China, der Streit um Zölle oder die Zukunft der Welthandelsorganisation WTO.

Ex-US-Präsident Donald Trump und die deutsche Kanzlerin konnten nie wirklich zueinander finden. (Bild: AFP)
Ex-US-Präsident Donald Trump und die deutsche Kanzlerin konnten nie wirklich zueinander finden.

Es ist auch ein Treffen zwischen alten Bekannten: Merkel und Biden kennen sich gut aus der Zeit des Amerikaners als Vize-Präsident von Trump-Vorgänger Barack Obama zwischen 2009 und 2017. Der erst seit Jänner amtierende Präsident und die langjährige Kanzlerin wirkten denn auch schon vor der Reise fest entschlossen, vor allem die neuen alten transatlantischen Gemeinsamkeiten herausstreichen zu wollen. Der Neustart in den Beziehungen hat längst begonnen.

Biden: „Verbindungen stärker als je zuvor“
Im vergangenen Monat trafen sich Merkel und Biden beim G7-Gipfel führender westlicher Industrienationen im englischen Cornwall erstmals seit Bidens Amtsantritt persönlich - vorher gab es wegen der Corona-Pandemie nur Telefonate und Videoschaltungen. Es seien „sehr gute, konstruktive und auch sehr lebendige Diskussionen“ gewesen, sagte Merkel im Anschluss. Auch wenn sie Trump nicht namentlich nannte, durfte das als Seitenhieb auf den Ex-Präsidenten und dessen nicht gerade als konstruktiv bekannten Politikstil verstanden werden. Biden schrieb nach dem Treffen begeistert auf Twitter: „Die Verbindungen zwischen unseren beiden Nationen sind stärker als je zuvor.“

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