07.02.2011 11:09 |

Vater lief vor Zug

Fieberhafte Suche nach vermissten Zwillingen

Vermisste Zwillingsschwestern beschäftigen derzeit die Behörden in der Schweiz, Frankreich und Italien. Der 43-jährige Schweizer Vater hatte die Mädchen Livia (li.) und Alessia (re.) am 28. Jänner von seiner aus Italien stammenden Ex-Frau für ein gemeinsames Wochenende abgeholt. Danach verliert sich die Spur von Matthias S. und seinen sechsjährigen Kindern. Am Donnerstag wurde die Leiche des Mannes in Süditalien entdeckt, von den Kindern fehlt jede Spur. Mittlerweile sucht ein Polizei-Großaufgebot in drei Ländern nach den Mädchen.

Die italienischen Fahnder sowie die Ermittler in der Schweiz und in Frankreich versuchen noch immer, die letzten Stunden von Matthias S. zu rekonstruieren. Fest stehen nur einzelne Details, zum Beispiel dass der Schweizer einige Stunden vor seinem Selbstmord in Vietri sul Mare an der Amalfi-Küste gespeist hat - allerdings ohne die Zwillinge. Diese sollen wiederum im italienischen Monza in Begleitung einer dunkelhaarigen Frau gesichtet worden sein.

Der 43-Jährige, der in Saint-Sulpice unweit von Lausanne lebte, verschwand, ohne die Mädchen wie vereinbart am 30. Jänner der ebenfalls noch in der Schweiz lebenden Mutter zurückzubringen und ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Am 31. Jänner wurde er im französischen Marseille gesehen - von dort aus schickte er seiner Frau auch eine Postkarte, in der er geschrieben hatte, er fühle sich ohne sie verzweifelt. Sie alarmierte daraufhin die Polizei.

Großaufgebot an Suchkräften
100 Trupps von Feuerwehr, Polizei und Carabinieri waren am Sonntag mit Hubschraubern und Hunden rund um Cerignola im Einsatz, um Spuren der Mädchen zu finden. In dem süditalienischen Ort hatte sich Matthias S. am Donnerstag vor einen Hochgeschwindigkeitszug der Strecke Mailand-Bari geworfen. Er war sofort tot.

Am Sonntag wurden die Wälder der Umgebung durchforstet. Auch Schweizer Beamte trafen in der Ortschaft ein, um bei der Aktion mitzuhelfen. Das Auto des Mannes fand die Polizei auf einem Parkplatz des Bahnhofs von Cerignola.

In wenigen Tagen 7.400 Euro ausgegeben?
Inzwischen haben die Ermittler herausgefunden, dass S. bei seinem Aufenthalt in Marseille insgesamt 7.500 Euro abhob und drei Fahrkarten nach Korsika kaufte, die Insel jedoch nie erreichte. An der Leiche wurden lediglich 100 Euro gefunden. Die Ermittler fragen sich, wo er die Differenzsumme ausgegeben haben könnte.

Außerdem wurde ein Testament des Mannes gefunden. Darin schrieb Matthias S., dass er seine Eigentumswohnung seiner Ex-Frau hinterlassen wolle. Die Ermittler vermuten, dass der Mann schon länger die Absicht hegte, sich das Leben zu nehmen.

Mutter: "Er liebte seine Töchter über alles"
Die Mutter der sechsjährigen Mädchen hofft, dass ihre Töchter noch am Leben sind. "Er liebte sie über alles", sagte die 44-Jährige. Der Polizei übergab sie Decken und Kleider ihrer Kinder, die den Hunden bei der Suchaktion nützlich sein könnten. Die Frau kann sich nicht erklären, warum Matthias S. die Ortschaft Cerignola für seinen Selbstmord gewählt habe – zumal er zuvor keinerlei Verbindungen zu dieser Gegend gehabt hätte.

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