16.06.2021 10:46 |

Ericsson-Studie

Westeuropa hinkt bei 5G-Ausbau noch hinterher

Westeuropa hinkt beim Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration (5G) hinter Nordamerika, Nordostasien und den Golfstaaten hinterher. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Ericsson Mobility Report, der am Mittwoch in Stockholm veröffentlicht wurde. In Nordostasien (inklusive China und Südkorea) wurden demnach Ende 2020 bereits neun Prozent aller Mobilfunkverträge auf 5G umgestellt, in Westeuropa dagegen nur ein Prozent.

Bis zum Jahr 2026 sagt die Studie vor allem ein dynamisches Wachstum in Nordamerika voraus. Dort werde der 5G-Anteil gegenüber 2020 von vier Prozent auf 84 Prozent steigen. In Nordostasien würden dagegen bis 2026 nur zwei Drittel (65 Prozent) aller Mobilfunkverträge 5G nutzen. In absoluten Zahlen liegen die Asiaten mit 1,4 Milliarden 5G-Verträgen allerdings weit vorne. Für Nordamerika erwartet die Studie 340 Millionen 5G-Verträge.

In Westeuropa ist derzeit 4G (LTE) die dominierende Zugangstechnologie und macht 78 Prozent aller Verträge aus. Ericsson prognostiziert, dass 4G wegen des Umstiegs auf 5G bis 2026 auf 27 Prozent zurückgehen wird. Ältere Standards wie UMTS (3G) verschwinden fast komplett. Die Verschiebung von einigen Frequenzversteigerungen habe dabei Auswirkungen auf den Einsatz und die Abdeckung von 5G in der Region. Die 5G-Durchdringung werde aber trotz des Startrückstands bis Ende 2026 rund 69 Prozent erreichen.

Zielstrebiger als die Europäer sind die arabischen Golfstaaten. In den Ländern des Golf-Kooperationsrates (GCC) würden digitale Initiativen staatlich gefördert, womit auch die 5G-Einführung beschleunigt werde. Im Jahr 2019 gehörten die GCC-Märkte demnach zu den ersten der Welt, die kommerzielle 5G-Dienste einführten. 2026 würden die Golf-Staaten mit einem 5G-Anteil von 73 Prozent hinter Nordamerika auf Platz zwei liegen.

Kabelloses Festnetz im Aufwind
Ericsson prognostiziert außerdem, dass die Zahl der kabellosen Festnetzverbindungen (Fixed Wireless Access, FWA) voraussichtlich bis Ende 2026 fast 180 Millionen erreichen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt werde der Mobilfunk für die eigenen vier Wände rund 20 Prozent des weltweiten mobilen Netzdatenverkehrs ausmachen.

Die kabellosen Festnetzverbindungen über 4G oder 5G konkurrieren mit klassischen Breitbandverbindungen wie DSL, Kabelinternet oder Glasfaserverbindungen. Sie sind vor allem in der Bereitstellung auf der „letzten Meile“ günstiger, weil man dafür keine Leitungen vom Verteilerkasten in die Wohnungen oder Büros legen muss.

Mobiler Datenverkehr wächst weiter rasant
Die neuen technischen Möglichkeiten von 5G werden auch dafür sorgen, dass der gesamte globale mobile Datenverkehr (ohne FWA) weiter rasant ansteigen wird. Ende 2020 lag der Wert der Studie zufolge bei 49 Exabyte pro Monat. Auf einem so großen Speicher könnte man über 500 Millionen HD-Filme ablegen. In den kommenden fünf Jahren soll sich dieser Wert auf 237 Exabyte fast verfünffachen.

Die durchschnittliche monatliche Nutzung pro Smartphone liegt der Studie zufolge derzeit bei über zehn Gigabyte und wird bis Ende 2026 voraussichtlich 35 Gigabyte erreichen. Der Videodatenverkehr mache derzeit 66 Prozent des gesamten mobilen Daten Datenverkehrs aus. Dieser Anteil werde bis zum Jahr 2026 auf 77 Prozent steigen.

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