16.06.2021 08:37 |

Politik involviert

Söder zu Fallschirm-Aktion: „Kein Kavaliersdelikt“

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich hat ein Fallschirmspringer sich selbst und die Fußball-Fans in der Münchner Arena in Gefahr gebracht. Der Mann schwebte am Dienstag über dem Stadion und versuchte, einen großen gelben Ball in die Arena zu werfen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern und landete unsanft auf dem Rasen. Jetzt reagiert auch Bayern-Ministerpräsident Markus Söder. Zum sportlichen Teil des gestrigen Abends sehen Sie die Analyse von Interwetten-Experte Lothar Matthäus!

Dann wurde er sofort von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace, die damit gegen den Sponsor Volkswagen protestieren wollte. Bei Twitter forderte Greenpeace in einem Post dazu von dem Konzern, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Die Umweltorganisation hat sich nach ihrer misslungenen Protest-Aktion entschuldigt. „Das tut uns wahnsinnig leid“, sagte ein Sprecher der Organisation am Dienstagabend.

Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace-Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei. „Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen“. Zwei Menschen wurden verletzt. „Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Über die Schwere der Verletzungen gab es zunächst keine Informationen. Der Greenpeace-Aktivist wurde festgenommen, wie der Polizei-Sprecher weiter sagte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. „Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße“, sagte er am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Scharfe Kritik wegen der Aktion kam nach der 0:1-Niederlage auch vom DFB. „Diese Aktion verurteilen wir als DFB. Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar“, sagte Verbandssprecher Jens Grittner. Auch von Volkswagen gab es Kritik. „Mit der Protestaktion hat Greenpeace Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht“, hieß es in einem Statement. Das sei nicht akzeptabel. VW sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

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