25.05.2021 19:25 |

Situation angespannt

Flaggen-Chaos! Nun wird Riga zur Weltpolitik-Bühne

Ein Flaggentausch am Rande der Eishockey-WM in Lettland ist beim Weltverband (IIHF) auf Kritik gestoßen! Die Protestaktion der Stadtverwaltung Riga (nach der erzwungenen Landung eines Ryanair-Flugzeuges in Minsk, derzeit das politische Thema Nummer 1 in Europa) sei nicht akzeptabel, sagte IIHF-Präsident Rene Fasel. Der Weltverband sei eine „apolitische Organisation“ ...

Lettlands Staatspräsident Egils Levits dagegen verteidigte am Dienstag den Austausch der offiziellen Flagge von Weißrussland, die am Montag durch die weiß-rot-weiße Variante der weißrussischen Opposition ersetzt worden war. In der lettischen Hauptstadt wehen an mehreren öffentlichen Plätzen derzeit die Flaggen aller WM-Teilnehmer. Der Weltverband forderte, entweder die Flaggen umgehend wieder zu tauschen oder jene der IIHF zu entfernen. Die Stadt Riga kam zweiterem nach. Rigas Bürgermeister Martins Stakis lehnte es ab, den Austausch rückgängig zu machen. „Wir müssen uns für eine Seite entscheiden - ein Volk, das nach Freiheit strebt, oder einen Diktator“, twitterte er.

Hintergrund ist die Zwangslandung einer Passagiermaschine in Minsk am Sonntag und die Festnahme eines Oppositions-Aktivisten, der in dem Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius war. An Bord der Maschine waren auch zwei Passagiere aus dem EU- und NATO-Land Lettland. Staatspräsident Levits bezeichnete die Protestaktion im lettischen Fernsehen als „angemessene politische Reaktion“. Sie sei ein Zeichen für die Nichtanerkennung des herrschenden Regimes in Weißrussland, das gegen das Völkerrecht verstoßen und den internationalen Flugverkehr gefährdet habe, sagte er. Nach dem Flaggentausch hatte die autoritäre Führung in Minsk alle lettischen Diplomaten aus Weißrussland ausgewiesen, worauf Lettland mit demselben Schritt reagierte.

Die noch bis zum 6. Juni laufende Eishockey-WM sollte ursprünglich auch von Weißrussland als Co-Gastgeber ausgerichtet werden. Nach massiven Protesten angesichts der Machenschaften von Machthaber Alexander Lukaschenko wurde dem Land das Turnier entzogen. Riga ist deshalb alleiniger Austragungsort der WM. IIHF-Präsident Fasel hatte vor mehreren Monaten Lukaschenko in Minsk getroffen, was international ein verheerendes Echo ausgelöst hatte. Fasel wollte nach eigener Aussage dabei mehr Menschenrechte in Weißrussland und härtere Maßnahmen im Land gegen die Coronavirus-Pandemie anmahnen. Tatsächlich gingen aber innige Bilder mit Umarmungen um die Welt.

krone Sport
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