16.05.2021 08:58 |

150 Ziele im Visier

Israels Luftwaffe bombardierte Haus von Hamas-Chef

Israels Luftwaffe hat in der vergangenen Nacht seine Attacken auf Ziele im Gazastreifen fortgesetzt. Unter den 150 angegriffenen Zielen befand sich auch das Haus des Hamas-Chefs Yahya al-Sinwar sowie dessen Bruder Mohammed, der ebenfalls ein ranghohes Mitglied der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas ist. Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte indes, der Einsatz gegen die Hamas werde „so lange wie nötig weitergehen“. 

Auch in der Nacht auf Sonntag wurde der Konflikt zwischen Israel und den Hamas weiter ausgetragen. Das israelische Militär berichtete auf Twitter von einem „schweren Hagel von Raketen“, der vom Gazastreifen aus auf die Mitte und den Süden Israels abgeschossen worden waren. Die radikal-islamische Palästinenserorganisation hatte zuvor gedroht, ab Mitternacht erneut Raketen auf Tel Aviv zu feuern. In dessen Nachbarstadt Ramat Gam hatte es bereits am Samstag Raketeneinschläge gegeben, der Schock saß auch in der österreichischen Botschaft tief. Seit Beginn der Eskalation am Montag sind nach Armeeangaben rund 2900 Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Ein schnelles Ende des Konflikts scheint fern. Israels Ministerpräsident Netanyahu sagte, der Militäreinsatz gegen die Hamas werde „so lange wie nötig weitergehen“. Man müsse zunächst die Infrastruktur der islamistischen Hamas zerstören. „Uns stehen noch schwere Tage bevor, aber wir werden sie gemeinsam durchstehen und siegen“, sagte der 71-Jährige.

Die israelische Armee nahm ranghohe Hamas-Mitglieder ins Fadenkreuz. Ein Twitter-Video zeigt ein bei Bombardement zerstörtes Haus in Khan Younis im Süden des Küstengebiets - ob Hamas-Chef al-Sinwar dabei getötet wurde, ist jedoch ungewiss. Laut Gesundheitsministerium sollen über Nacht acht Menschen getötet und 45 verletzt worden sein.

Nach Angaben der Armee wurden weitere Büros und Häuser wichtiger Hamas-Mitglieder attackiert. Als Teil der fortwährenden Angriffe auf das unterirdische Tunnelnetzwerk der Hamas, der sogenannten Metro, seien 30 weitere Ziele bombardiert worden. Außerdem habe die Luftwaffe Dutzende Waffenlager und Raketenabschussrampen beschossen. Binnen 24 Stunden habe die Luftwaffe 90 Ziele militanter Palästinenser attackiert. Laut Gesundheitsministerium sollen dabei über Nacht acht Menschen getötet und 45 verletzt worden sein.

Viele Verschüttete in Trümmern in der Stadt Gaza befürchtet
Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen. In der Stadt Gaza wurden nach Augenzeugenberichten fünf Häuser zerstört. Man befürchte viele Tote und Verschüttete unter den Trümmern.

Israels Luftwaffe hatte am Samstag bereits das Haus eines anderen ranghohen Führers der Hamas bombardiert. Das Haus von Khalil al-Haya, Vize-Chef des Hamas-Politbüros, habe als „Terror-Infrastruktur“ gedient. Die Armee veröffentlichte ein Video des Angriffs. Nach palästinensischen Angaben hielt Haya sich aber zur Zeit des Angriffs nicht in dem Haus auf.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).