14.05.2021 15:30 |

Festival im Flachgau

Supergau: Wenn die Kunst zu den Menschen kommt

Die Idee, einen ganzen Bezirk zur Freiluft-Galerie zu erklären, ist zwar nicht Corona geschuldet, bietet aber einen angenehmen Nebeneffekt: größtmögliche Sicherheit beim Kunstgenuss. Quer über den Flachgau verteilt, von Strobl im Süden bis Mattsee im Norden, lassen sich die verschiedensten Kunstinstallationen entdecken.

Heuer wird von den umtriebigen Kunstschaffenden der Flachgau zum „Supergau“ erklärt, in den nächsten Jahren sollen dann die weiteren Salzburger Bezirke folgen. Das Motto für die bis 24. Mai gezeigten 18 Projekte: Zeitgenössische Kunst trifft abseits der Ballungszentren auf ländliche Strukturen und setzt sich – künstlerisch und spielerisch – damit auseinander.

Statt weiterer Erklärungen lässt man idealerweise die Kunstwerke selbst für sich sprechen. So wurde etwa auf einem Hügel bei Hof ein „Superort“ aufgebaut: eine begehbare Strohballenskulptur, die als Ort der Begegnung im Laufe des Festivals noch durch die Besucher verändert werden kann. An den Wochenenden sind dort Performances geplant. Gutes Wetter vorausgesetzt, empfehlen die Veranstalter dafür „das Mitbringen einer Picknickdecke/eines Klappstuhls“.

An verschiedenen Orten ist während des Festivals Georg Nussbaumer mit seinem „Gaugeläut“ zu finden. Dabei handelt es sich um drei mobile Kirchenglocken, die in einem Dreieck von einigen Hektar aufgestellt und dann gleichzeitig angeschlagen werden. „Wenn man während der Performance das Gebiet durchwandert, kann man sich selbst eine Komposition schaffen, bei der diese drei Töne immer in anderen Kombinationen erklingen“, lädt der Künstler zum aktiven Hörerlebnis ein. Performance-Stationen sind u. a. Dorfbeuern, Obertrum, Seeham, Köstendorf und die Wallersee-Ostbucht.

Auch öffentliche Bushaltestellen werden zu Kunsträumen. Von Mattsee aus verwandeln Künstler die Wartebereiche entlang der Buslinie 120 in kleine Gewächshäuser oder auch Performance-Bühnen.

Zart besaitet darf man angesichts mancher Projekttitel nicht sein. Ein Tanztheaterstück auf den Spuren von Friedensreich Hundertwasser hört auf den Namen „Heilige Scheiße“. Es thematisiert bei einer Führung durch das Ursprunger Moor den natürlichen Kreislauf vom Essen zur Verdauung.

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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