08.05.2021 14:49 |

„Niemals wieder“

NS-Befreiung: Österreich beging „Fest der Freude“

Österreich hat am Samstag mit dem „Fest der Freude“ der Befreiung von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der Opfer gedacht. Politische Vertreter erinnerten an die Verantwortung und an den Auftrag „Niemals wieder“. Corona-bedingt musste die sonst am Wiener Heldenplatz stattfindende Veranstaltung heuer wie bereits im Vorjahr virtuell begangen werden.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen betonte in einer voraufgezeichneten Rede, dass die Mahnung „Wehret den Anfängen“ nach wie vor aktuell sei. „Gerade wenn Hemmschwellen sinken, wenn Hassreden und Hasspostings zunehmen, wenn Verschwörungsmythen wieder Zulauf bekommen, dann gilt es, entschieden und klar für unser liberales und weltoffenes Gemeinwesen einzutreten“, so das Staatsoberhaupt.

„Niemals wieder“ sei Auftrag, daher brauche es entschiedenes Eintreten „gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus“.

„Dunkelstes Kapitel unserer Geschichte“
An die „Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus“ als „dunkelstes Kapitel unserer österreichischen Geschichte“ erinnerte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Video-Ansprache im ORF. Österreich trage an diesen Gräueltaten Mitschuld, so Kurz. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) gedachte in seiner Ansprache jener Österreicher, die gegen das Unrechtsregime und für die Befreiung ihrer Heimat gekämpft haben.

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Diese Kultur der Erinnerung hat in Österreich lange, wohl zu lange, auf sich warten lassen. Dafür soll sie uns heute umso gegenwärtiger sein.

Bundeskanzler Sebastian Kurz

„Das Geschehene soll eine Warnung sein“
Für eine Stärkung der demokratischen Grundpfeiler Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit machte sich SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner angesichts des „Tags der Freude“ stark. „Das Geschehene darf nicht vergessen werden und soll uns eine Warnung sein“, so FPÖ-Chef Norbert Hofer. Der Zweite Weltkrieg habe Leid und Elend über die Bevölkerung gebracht.

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Friede und Demokratie sind die Voraussetzungen für Freiheit und Wohlstand. Dafür müssen wir jeden Tag aufs Neue kämpfen.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner

Bereits zum neunten Mal veranstaltete das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) am Samstag zum Gedenken an die Opfer und aus Freude über die Befreiung von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft das „Fest der Freude“. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht und der Zweite Weltkrieg endete in Europa.

Wegen der Covid-19-Pandemie fand die Veranstaltung, die sich dem Schwerpunkt „Vernichtete Vielfalt“ widmete, abermals virtuell statt. Sie wurde via ORF III und per Livestream auf www.festderfreude.at und auf den Online-Kanälen des Mauthausen Komitee Österreich international gestreamt.

 krone.at
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