30.04.2021 16:04 |

Schwerer Betrug?

Fünf Patienten nach OP impotent: Arzt vor Gericht

Problem- und risikolos würde die Behandlung sein, garantiert erfolgreich und schnell. Das versprach ein Urologe seinen Patienten. Die Folgen des Eingriffs waren verheerend: Opfer wurden impotent, zwei von ihnen begingen in ihrer Verzweiflung Selbstmord. Nächste Woche startet der Prozess.

Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen und Betrug wird dem Wiener Urologen Ralf H. (56) vorgeworfen. Der Mediziner diagnostizierte bei den Männern, die sich wegen ihrer erektilen Dysfunktion Hilfe suchend an ihn gewandt hatten, ein „venöses Leck“ im Penis.

Irreversible Impotenz trieb zwei Opfer in Selbstmord
In den fünf nun in der Anklage aufgelisteten Fällen operierte der Arzt. Mit einer laut Gutachten dafür nicht geeigneten „Sklerosierungstherapie“, bei der es sich angeblich nicht um eine anerkannte Therapie handelte, sondern um einen experimentellen Heilversuch. Zwei der Männer, die die irreversible Impotenz nicht verkrafteten, begingen Selbstmord.

Eines der Opfer schickte einen Freund zu Testzwecken zu dem Urologen. Auch bei ihm soll Dr. H. für 3500 Euro einen gefäßchirurgischen Eingriff empfohlen haben. Obwohl der Mann an keinen Erektionsproblemen leidet.

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In diesem spektakulären Strafverfahren werden erschütternde menschliche Tragödien zur Sprache kommen.

Opferanwalt Alfred Boran

Der Prozess beginnt am kommenden Freitag. Dr. H. hat bisher die Vorwürfe heftig bestritten und seine Behandlungsmethoden verteidigt. Der Urologe kam in einer anderen Sache kürzlich in die Schlagzeilen. Eine seiner Firmen schloss mit dem Land Tirol einen lukrativen Vertrag über acht Millionen Euro für die Abwicklung von PCR-Tests ab - ohne Ausschreibung. Es wurde der Verdacht der Freunderlwirtschaft erhoben.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

Peter Grotter
Peter Grotter
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