25.04.2021 11:45 |

36. Landesparteitag

Hofer und Kickl geschlossen, Nepp Wiener FPÖ-Chef

Die FPÖ-Spitze hat am Sonntagvormittag beim 36. Wiener Landesparteitag Geschlossenheit demonstriert. Bundesobmann Norbert Hofer, der für Spannung sorgte, weil er für Mai „neue Enthüllungen“ ankündigte, übergab dabei seinem Klubchef Herbert Kickl als Redner die Staffel, dieser zeigte sich bei seinem Auftritt entgegen seiner Überzeugung mit Maske. Der bereits seit 2019 designierte Obmann Dominik Nepp (39) wurde mit 97,86 Prozent der Stimmen endgültig zum Parteichef der Wiener Blauen gewählt.

Zuvor hatte Hofer mit seinen Grußworten gleich zu Beginn des Parteitags für Spannung gesorgt. „Ich kann euch versprechen, dass sich die Dinge in den nächsten Monaten sehr verändern werden“, meinte er und: „Im Mai dürfte es zu neuen Enthüllungen kommen, die die Regierungspolitik und insbesondere die ÖVP sehr erschüttern wird.“ Mehr verriet auch Hofer nicht. Der FPÖ-Chef geht aber davon aus, dass man danach mit SPÖ, ÖVP und FPÖ wieder drei gleichwertige Parteien haben werde.

Kickl fühlt sich wie „Zorro des 21. Jahrhunderts“
Mit Abklatschen übernahm Kickl von Hofer das Rednerpult. Auf die Gerüchte über Kalamitäten untereinander wurde zwar in beiden Ansprachen nicht eingegangen, jedoch wartete Kickl mit einer symbolischen Geste auf: „Ich bin heute mit Maske gekommen, kein Problem.“ Er fühle sich sogar wie ein „Zorro des 21. Jahrhunderts“, meinte der freiheitliche Klubchef im Nationalrat. Zudem beschwor Kickl einen „Schulterschluss“ zwischen den verschiedenen Teilen der Partei. Zuletzt hatte es grobe Unstimmigkeiten zwischen Hofer und Kickl gegeben, ob die Abgeordneten im Nationalrat Masken tragen müssen.

Nepp: „Wir sind jetzt schon 14 Monate eingesperrt“
Der Wiener FPÖ-Chef verteidigte zum Auftakt seiner Rede den Umstand, dass man sich nicht „unpersönlich“ im virtuellen Raum treffe, sondern einen Parteitag abhalte (lesen Sie dazu auch die Kolumne von „Krone Wien“-Chef Michael Pommer). „Wir sind jetzt schon 14 Monate eingesperrt“, beklagte er. Die Bundesregierung arbeite mit Zwang und Panikmache. Nepp geißelte auch das „Maskendiktat“ und das Verbot von Demonstrationen. „Auch unsere Zusammenkünfte wurden ja leider von der Bundespolitik untersagt.“

Man zeige, dass man trotzdem einen Parteitag durchführen könne. „Wir halten uns selbstverständlich als rechtstreue Bürger an Verordnungen und Gesetze“, versicherte er - wobei er hinzufügte, dass es die Hausordnung in der Messe sei, die vorschreibe, Masken zu tragen. Doch man lasse sich, auch wenn der Mund verhüllt sei, den Mund nicht verbieten. Nepp kündigte eine „große Wählerrückholaktion“ an, zuletzt hätten Umfragen wieder Zugewinne gezeigt. „Wir haben uns seit der letzten Wiener Wahl verdoppelt. Das ist noch lange nicht das Ende, sondern der Beginn“, so der nun offiziell gekürte Wiener Parteichef, der bei keinem Gegenkandidaten 97,86 Prozent der Stimmen erhielt.

Nepp, damals nicht amtsführender Vizebürgermeister im Rathaus und aktuell nicht amtsführender Stadtrat, wurde 2019 vom Vorstand designiert. Er musste nach dem blauen Ibiza-Debakel in die Fußstapfen von Heinz-Christian Strache treten - der bis zu seinem Rücktritt nicht nur Bundesobmann, sondern auch Landesparteichef der Wiener Blauen war. Nepp hätte bereits im Vorjahr offiziell gekürt werden sollen, der erste Corona-Shutdown machte aber einen Strich durch die Rechnung. 

Die Sicherheitsvorkehrungen beim Parteitag waren streng. Rund 400 Delegierte waren dabei. Sie saßen in größerem Abstand auf Einzeltischen und mussten während des Parteitags eine Maske tragen. Auch auf das übliche Buffet mussten die Teilnehmer verzichten. Sie fanden stattdessen rote Lunchboxen auf ihren Plätzen vor.

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