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Insolvenz droht: „Freunde der Austria“ als Retter?

Die Gremien der Wiener Austria versuchen alles, um die Bundesliga-Lizenz für die kommende Saison doch zu erhalten. Nach einer Sitzung des Verwaltungsrats des Vereins und des Aufsichtsrats der FK Austria Wien AG am Freitagabend teilten die Violetten mit, dass über Initiative des Präsidiums eine Investorengruppe der „Freunde der Austria“ im Entstehen sei. Diese soll laut Mitteilung vom Samstag „zusätzliche Sicherstellungen für den Erhalt der Lizenz ermöglichen“.

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Man werde alles unternehmen, um den Fortbestand des Klubs zu sichern, hieß es in einer Presseaussendung. Der Austria fehlt laut Berichten eine Bankgarantie über mehrere Millionen Euro. Der Senat 5 der Bundesliga hatte der Austria am Dienstag als erste Instanz die Lizenz für 2021/22 verweigert. Der Klub kündigte am Samstag offiziell an, gegen diesen Beschluss Protest einzulegen.

Ein Knackpunkt bleibt, dass die Zukunft des Vereins für die Investoren auch über die Lizenz hinaus langfristig gesichert sein muss. Bei Verbindlichkeiten in der Höhe von 78 Millionen Euro muss ein Gesamtkonzept vorhanden sein, um nicht in einem Jahr vor einem ähnlichen Problem zu stehen. Eine umstrittene Personalie ist dem Vernehmen nach der langjährige Vorstand Markus Kraetschmer. Dessen Zukunft ist offen. Ein neuer Einjahresvertrag für den Manager liegt vor, ist laut Angaben des „Kurier“ vom Samstag aber bisher nur von ihm selbst unterschrieben.

Ein weiteres Fragezeichen wirft der strategische Partner auf. Insignia soll sich bereit erklärt haben, auszuhelfen. Am Freitag sollen jedoch neue Details des Vertrags mit der Unternehmensgruppe ans Licht gekommen sein, wie der „Kurier“ schrieb. Diese waren Mitgliedern der Gremien offenbar noch nicht bekannt. Insignia muss demnach von den festgelegten sieben Millionen Euro bis Ende April drei Millionen überweisen, die zweite Rate ist aber erst im August fällig. Die Lizenz-Unterlagen mussten jedoch bereits vor Wochen eingereicht werden.

Optionsverträge?
Geld will die Austria nun offenbar auch mittels Optionsverträgen aufstellen. In dem der APA vorliegenden Vertragsentwurf kann ein Prozent der Anteile an der FK Austria Wien AG für einen Preis von 250.000 Euro erworben werden. Das Gesamtvolumen der AG wird basierend auf einer Unternehmensbewertung dabei mit 25 Millionen Euro angegeben. An und für sich ein Schnäppchen - wäre da nicht der Schuldenberg und die damit verbundene Gefahr, das Geld bei einer Insolvenz des Clubs wieder zu verlieren.

Um die Option zu ziehen, ist jedenfalls das Vorlegen einer Bankgarantie vonnöten. Diese muss angefordert und bis kommenden Dienstag (20. April) bei der Austria hinterlegt werden. Wer per Bankgarantie eine Option zieht, kann diese dann bis 30. Juni 2022 einlösen.

Der Senat 5 der Bundesliga hatte der Austria am Dienstag in erster Instanz die Lizenz verweigert. Der Klub kündigte am Samstag offiziell an, gegen diesen Beschluss Protest einzulegen. Mit neuen Unterlagen, die bis Mittwoch vorgelegt werden müssen, will man die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Danach entscheidet das Protestkomitee als zweite Instanz bis 28. April. Im Fall eines weiteren negativen Bescheids bliebe der Austria als letzte Möglichkeit der Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht. Sollte die Austria die Lizenz nicht erhalten, droht dem Traditionsverein die Insolvenz.

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