02.04.2021 14:25 |

Nur ein Influenza-Fall

„Corona-Maßnahmen verhinderten viele Grippetote“

In der Kalenderwoche 4 ist der bisher einzige Influenza-Fall in Österreich nachgewiesen worden. Davor gab es einen weiteren, der allerdings mit einer Einreise nach Österreich verbunden war. Für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist klar: Die Corona-Schutzmaßnahmen wie Maske, Mindestabstand und Hygieneregeln hätten nicht nur die Belastung durch Covid-19 massiv verringert, sondern auch gegen die Grippeviren geholfen und damit viele Todesopfer verhindert.

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Dies habe die Österreicher erstmals seit Jahrzehnten vor einer Grippewelle geschützt und damit viele Todesfälle und eine zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems verhindert, betonte der Minister in einer Aussendung. Nicht nur Österreich verzeichnet heuer diesen Effekt, sondern ganz Europa. Aus einzelnen Ländern - etwa Portugal, Dänemark und Großbritannien - wurde eine leichte Aktivität von Influenzaviren gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Lediglich „grippeähnliche Infektionen“
„Natürlich gab es auch heuer in Österreich grippeähnliche Infektionen, aber - mit Ausnahme des aktuellen Falles und des reiseassoziierten Falles - keine echten Influenza-Fälle und somit keine Influenza-Toten“, so Anschober. Bereits im Dezember zeigte sich, dass die Corona-Maßnahmen gegen die Grippe wirken. Eine Studie aus Italien deutet darauf hin, dass das auch umgekehrt der Fall ist: Dort zeigte sich, dass eine Grippe-Impfung das Risiko einer Corona-Infektion senken kann.

Das Coronavirus ist faktisch gefährlicher als die Influenza. Das wird auch von einer großen Mehrheit der Österreicher so gesehen, wie eine Umfrage vom Jänner zeigt.

Grippe-Todesfälle schon vergangene Saison gesunken
In den vergangenen Jahren gab es in Österreich oft mehrere Tausend Grippe-Tote pro Saison. Dabei ist die Zahl stetig gesunken: 2016/2017 waren es geschätzt 4436 mit Influenza assoziierte Todesfälle, 2017/2018 waren es 2851 und in der Saison darauf 1373. 2019/2020 sank die Zahl der Grippe-Todesfälle deutlich auf 834 - da waren auch erste Maßnahmen gegen Infektionen mit dem Coronavirus eingeführt worden.

Nur ein Grippe-Fall in einer Saison - was zunächst wie eine gute Nachricht klingt, kann auf lange Sicht aber zum Problem werden: Denn wenn es tatsächlich so gut wie keine Influenza gibt, wird es schwierig, die richtige Impfstoffzusammensetzung für die kommende Saison auszuwählen, warnte jüngst eine Schweizer Virologin.

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