01.03.2021 09:26 |

Kanzler-Kritik an EMA

Kurz fordert EU-Zulassung von Johnson & Johnson

Die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs Ad26.COV2.S des US-Konzerns Johnson & Johnson in den USA hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) neuerlich zum Anlass genommen, um am Sonntag eine raschere Impfstoff-Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur zu fordern. „Die EMA ist nun gefordert, den Impfstoff von Johnson & Johnson auch möglichst schnell und unbürokratisch zuzulassen unter Einhaltung aller wissenschaftlichen Standards“, erklärte Kurz.

In einer Stellungnahme kritisierte der Bundeskanzler erneut die EU-Agentur: „Es kann auf Dauer nicht sein, dass in anderen Länder schneller Impfstoff genehmigt wird als durch die EMA.“ Das Vakzin des US-Konzerns Johnson & Johnson bezeichnete Kurz als „Gamechanger (bahnbrechende Neuerung, Anm.) im Kampf gegen die Pandemie“, denn es reiche eine Dosis zur vollen Immunisierung und der Impfstoff lasse sich leicht im Kühlschrank aufbewahren. Zudem weise der Impfstoff laut Studien eine hohe Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen auf.

Bisher drei Corona-Vakzine in EU zugelassen
Die EU-Arzneimittelbehörden prüft den US-Impfstoff Ad26.COV2.S derzeit in einem beschleunigten Verfahren. Johnson & Johnson hatte Anfang Februar die Notfallzulassung für ihren Impfstoff bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt, Mitte Februar folgte der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde

EMA-Bewertung für Mitte März angekündigt
Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben, hieß es. Bisher sind in der EU drei Corona-Impfstoffe zugelassen - jene von Biontech/Pfizer, Moderna und der des schwedisch-englischen Konzerns AstraZeneca.

Johnson & Johnson hatte erst Ende Jänner ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden veröffentlicht, demzufolge der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen biete. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben.

Quellen: APA, dpa, Reuters

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