Krawalle in Mailand
Ausschreitungen bei Protest gegen Olympia
Die Olympischen Winterspiele in Mailand werden von Protesten begleitet. Tausende Menschen sind am Samstag aufmarschiert, um auf Schäden für die Umwelt und die Wohnungsnot in den Finanzmetropole aufmerksam zu machen. Auch gegen die Präsenz von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE, die für die Sicherheit der US-Delegation sorgen, wurde protestiert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und einem massiven Polizeiaufgebot.
Einige Teilnehmer zündeten Feuerwerkskörper und warfen Steine auf die Einsatzkräfte. Die Polizei trieb die Menge mit Wasserwerfern auseinander. Die Einsatzkräfte waren in Alarmbereitschaft, nachdem bei gewalttätigen Protesten gegen die Schließung eines Kulturzentrums in Turin am vergangenen Wochenende mehr als hundert Beamte verletzt worden waren. Gegner der Olympischen Winterspiele bemängeln vor allem deren Auswirkungen auf das fragile Ökosystem der Bergwelt sowie den wasser- und energieintensiven Einsatz von Kunstschnee.
„Winterspiele sind nicht mehr tragbar“
Demonstranten hielten Transparente hoch, auf denen sie die Verwendung von Kunstschnee kritisierten oder das Fällen von Bäumen anprangerten. Auch die Wohnungsnot in der Finanz- und Modemetropole Mailand thematisierten die Teilnehmer der Kundgebung. „Die Spiele sind aus ökologischer und sozialer Sicht nicht mehr tragbar, ihre Zeit ist abgelaufen“, sagte die 29-jährige Demonstrantin Francesca Missana.
„Ich bin hier, weil diese Olympischen Spiele unhaltbar sind – wirtschaftlich, sozial und ökologisch“, sagte der 71-jährige Teilnehmer Stefano Nutini. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verweist dagegen darauf, dass die Spiele größtenteils bestehende Anlagen nutzten und daher nachhaltiger seien.
Hunderte Bäume wegen Bobbahn gefällt
Der 69-jährige Demonstrant Giovanni Gaiani kritisierte die Entscheidung, Hunderte Bäume zu fällen, um die umstrittene Bobbahn Mailand-Cortina zu bauen. Andere Demonstranten hielten Dutzende Pappbäume hoch, bevor sie diese auf dem Boden legten – so als seien sie gefällt worden.
Die Winterspiele Mailand-Cortina verteilen sich auf mehrere Austragungsorte in den italienischen Alpen. Die Eröffnungsfeier fand am Freitag an vier Standorten statt – in Mailand, Cortina d‘Ampezzo, Predazzo und Livigno. Insgesamt sind 2900 Athleten angereist.
Mehrere Bahnverbindungen sabotiert
Am Samstag gab es auch Sabotagealarm auf mehreren Eisenbahnstrecken. Betroffen waren hier die Strecke Bologna-Padua, wo an einer Weiche ein selbst gebauter Sprengsatz gefunden und entschärft wurde, berichteten die Ermittler. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf derselben Verbindung wurden in einem Kabelschacht Stromleitungen durchtrennt. Sabotiert wurde auch die Bahnlinie Bologna-Ancona bei Pesaro. Dort wurde ein Brand an einer elektrischen Anlage ausgelöst. Ermittler vermuten linke Anarchisten hinter der Sabotage.
Auch vor den Rodel-Rennen musste die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft zum Eiskanal ausrücken. Am Sliding Center, wo die Bob-, Skeleton- und Rodel-Wettbewerbe stattfinden, entdeckten Techniker kurz vor dem Einsatz unserer Einsitzer (Jonas Müller, Wolfgang Kindl, Nico Gleirscher) am Notstromaggregat vertauschte Stromkabel. Der Verdacht: absichtliche Manipulation.












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