19.02.2021 06:00 |

„Erfahrung gewonnen“

Tirols Entwicklung in einem Jahr Pandemie

Knapp ein Jahr ist es her, dass in Tirol die ersten Fälle des Coronavirus auftauchten. Heute ist vieles erstaunlich ähnlich - und doch anders. Es war der Faschingsdienstag vor einem Jahr, der 25. Februar. Damals wurden die ersten Coronavirusfälle in Innsbruck - und damit Österreich - entdeckt. Zwei Italiener dürften sich in Bergamo angesteckt und das Virus nach Tirol mitgebracht haben.

Es ist der Beginn eines Jahres, das sich vorher wohl niemand hätte vorstellen können. Das Hotel, in dem das italienische Paar arbeitete, wurde abgeriegelt, der Startschuss der Kontaktverfolgungen fiel. Währenddessen dürfte sich das Virus im Tourismusort Ischgl bereits rasant verbreitet haben.

Leben zum Stillstand gekommen
In welchem Ausmaß – das wurde in den folgenden Märzwochen ersichtlich. Es folgten eilig einberufende Pressekonferenzen, die Lifte wurden geschlossen, unzählige Touristen reisten unkontrolliert aus – schrittweise kam das gesamte gesellschaftliche Leben in Tirol zum Stillstand. Das Bundesland isolierte sich schließlich selbst.

Auch aktuell gelten Ausgangsbeschränkungen, und Tirol ist isoliert, in Richtung der anderen Bundesländer - und der Nachbarstaaten. Seit 12. Februar darf man aufgrund der südafrikanischen Variante nicht mehr ohne negativen Covid-Test ausreisen. Bis einschließlich Mittwoch sind 83.990 Personen in Fahrzeugen und Zügen kontrolliert worden, 1748 durften nicht weiterreisen.

An den Grenzen messen sich politische Kräfte
Die Bevölkerung sei gut vorbereitet, erklärt ein Sprecher der Tiroler Polizei – „nur vereinzelt gibt es Unmutsäußerungen.“ Die fallen in letzter Zeit häufiger auf der politischen Bühne. Seit Deutschland Tirol als „Mutationsgebiet“ erklärt hat, sind die Grenzen dicht – seit Tagen messen sich die politischen Kräfte daran.

Doch die südafrikanische Variante des Virus ist kein Tirolspezifikum – auch jenseits des Brenners breitet sie sich aus. In Südtirol sind sechs Fälle bestätigt worden. Das Land hat vier Gemeinden abgeriegelt.

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Vor einem Jahr war kein Land der Welt ausreichend auf diese Pandemie vorbereitet. Seither haben wir alle viel an Erfahrung gewonnen und viel über das Coronavirus gelernt, was uns heute bei der Bekämpfung der Pandemie ganz wesentlich hilft.

Günther Platter, Landeshauptmann Tirol

In Tirol gab es mit Stand Donnerstag 548 bestätigte und teils unbestätigte Fälle der Südafrika-Variante. Die Maßnahmen scheinen aber zu greifen, die Sieben-Tages-Inzidenz (73,7) ist seit Tagen eine der besten in Österreich. „Tirols Strategie gegen diese Pandemie basiert auf Testen, Tracen und Impfen“, betont Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Man habe im letzten Jahr viel an Erfahrung gewonnen und über das Virus gelernt – Wissen, das heute helfe.

Anna Haselwanter
Anna Haselwanter
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